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Hühnerkrankheiten

Hilfe meine Hühner kränkeln – was nun? Welcher Halter stand nicht schon vor dieser Frage? Auch unserer gefiederten Zweibeiner sind im Leben zahlreichen Hühnerkrankheiten ausgesetzt. Einige Krankheiten sind harmlos und klingen nach wenigen Tagen wieder ab. Andere wiederum führen ohne jegliche Behandlung unweigerlich zum Tod.

Marek Krankheit

Die Marek Krankheit, auch Mareksche Krankheit oder Mareksche Lähme genannt, zählt zu einer der meldepflichtigen Virusinfektionen innerhalb der Hühnerkrankheiten und kann schnell zu einer Tierseuche ausarten. Durch ihre unterschiedlichen Erscheinungsformen kann sie sich im Augenbereich, Nervenbereich, in den Eingeweiden oder als Mischform äußern.

  • Die besonders häufig auftretende Nervenform zeigt sich als Beinschwäche mit Lähmung, Koordinationsstörungen, marschähnlicher Gang, der Fehlstellung von Zehen oder eine komplette Spagatstellung der Extremitäten.
  • Werden die Augen infiziert, entwickelt sich die Iris von einem graugrün bis hin zu einem graubläulichen Farbzustand. Die fransige und schlitzförmige Pupille ist derart deformiert, dass sie nicht mehr auf Lichteinflüsse reagiert.
  • Die Eingeweideform geht mit der Bildung von geschwulstähnlichen Knoten an inneren Organen einher.

Die Viren werden mit Nasen- und Speichelsekret, aber auch Federn oder Haut ausgeschieden und sind bis zu einem Jahr im Stallstaub infektiös. Dabei sind zwischen dem ersten und sechsten Lebensmonat die meisten Todesfälle zu verzeichnen.

Leider ist die Marek Krankheit eine der Hühnerkrankheiten, die nicht behandelbar ist. Trotzdem sollte der Tierarzt schon am ersten Lebenstag des Kükens eine vorbeugende Impfung durchführen. Achtung! Da auch das Impfvirus ansteckend ist, muss das kleine Küken noch eine dreiwöchige Quarantäne durchlaufen. Nach dieser Zeit ist der Kontakt zu den ungeimpften Artgenossen bedenkenlos wieder möglich.

Mykoplasmose (Hühnerkrankheiten)

Die Infektionskrankheit Mykoplasmose ist eine der Hühnerkrankheiten, die durch Bakterien der Gattung. Mykoplasma in Erscheinung tritt. Bevorzugt erkranken Jungtiere zwischen vier bis acht Wochen. Bei seuchenhaftem Auftreten sind auch andere Altergruppen ebenfalls betroffen.

Der Hahn ist der Stolz jedes Hühnerbesitzers.Mykoplasmen können einem gesunden Organismus nichts anhaben. Im Gegenteil, sie leisten ihrem Untermieter, unbemerkt und ohne Probleme zu verursachen, lange Zeit Gesellschaft. Ist der Körper jedoch geschwächt, verursachen die Bakterien klinische Erkrankungssymptome wie Schnupfen, Augentränen, Nasenausfluss. Sind weitere Erreger am Werk, drohen akute Entzündungen.

  • Eine Sinusitus beim Huhn entwickelt sich durch Mycoplasma meleagridis oder Mycoplasma gallisepticum.
  • Mitunter entstehen im weiteren Verlauf Entzündungen der Unteraugenhöhlen, die mit einer zähflüssigen, unangenehm riechenden Masse gefüllt sind. Diese führt mitunter zu einer Vergrößerung des Kopfumfanges.
  • Für das Leiden der Hühner bei allen Altersgruppen kann auch eine ansteckende Gelenkentzündung, hervorgerufen durch Mycoplasma synoviae, verantwortlich sein. Beginnend mit einem sich ständig verschlechternden Allgemeinbefinden orientiert sich einerseits die Hühnerkrankheit auf die Gelenke, Schleimbeutel oder Sehnenscheiden. Dadurch entsteht eine akute Bewegungseinschränkungt. Andererseits können auch Herzbeutelentzündungen oder Atemwegsprobleme durch Entzündungen der Luftsäcke zum Vorschein kommen.

Der Labornachweis des speziellen Erregertyps von Mykoplasmose erfolgt über serologische Methoden. Der Einsatz von Antibiotika ist meist das einzige Mittel nach Ausbruch der Erkrankung. Bakterielle Hühnerkrankheiten wie die Mycoplasmose lassen sich jedoch nur durch strikte hygienische Maßnahmen vorbeugen. In größeren Mastbetrieben ist das schwierig. Kleine Betriebe oder Hobbyhühnerhalter können jedoch den Bestand auf Erreger mittels Antikörper im Blut jederzeit testen lassen.

Newcastle Krankheit (Geflügelpest) – Hühnerkrankheiten

Die Newcastle Krankheit zählt zu den besonders schwerwiegenden und meldepflichtigen Hühnerkrankheiten überhaupt. Die lebensbedrohliche Erkrankung, verursacht durch Paramyxoviren, ist weltweit verbreitet und hoch ansteckend.

Um die Erkrankung eingrenzen zu können, muss man die Verbreitungswege der Viren in Augenschein nehmen. Newcastle-Viren besitzen mehrere Möglichkeiten:

  1. Das Ausscheiden der Viren erfolgt über Körperflüssigkeiten, Kot und der Atemluft von infizierten Tieren, die mitunter noch keinerlei Symptome zeigen.
  2. Tauben, Gänse, Wildvögel können ebenfalls den Virus in sich tragen.
  3. Der Erreger wird über Frisch- und Gefrierfleisch sowie Eier verbreitet.
  4. Eine unbewusste Verteilung ist über Verpackungsmaterial, Transportbehälter (Käfige), Stallstaub, Schuhe, Bekleidung bis hin zu Autoreifen möglich.

Bei der Hühnerhaltung sind Sie immer Hautnah dabei.Nach einer Inkubationszeit von ungefähr drei bis fünf Tagen zeigen sich folgende Krankheitssymptome:

  • akute Atemnot
  • hohes Fieber
  • Blaufärbung von Kamm und Kehllappen,
  • Bindehautentzündung
  • Appetitlosigkeit
  • Ungepflegtes Federkleid
  • Schleimbildung im Schnabel
  • Einschränkung der Legeleistung
  • Schwellung an Hals und Kopf
  • Grünlicher Durchfall
  • Blutungen an inneren Organen und Geschwüre
  • Gliedmaßenlähmung
  • Eintritt des Todes nach zwei bis fünf Tagen

Der aggressive Virus kann auch auf den Menschen übergreifen. Das geschieht allerdings nur bei einem engen Kontakt zwischen Halter und Tier. Eine Bindehautentzündung ist die Folge.

Eine sichere Diagnose ist nur durch Virusnachweis über serologische Methoden gegeben. Die weiteren Bekämpfungsmaßnehmen erfolgen nur auf Anordnung des Amtstierarztes. Aufgrund der akuten Infektionsgefahr muss oftmals der komplette Geflügelbestand getötet werden. Um diese Tragik zu verhindern, sind regelmäßige Schutzimpfungen schon ab Kükenalter empfehlenswert.

Kokzidien (Hühnerkrankheiten)

Kokzidien sind parasitärer Einzeller, die besonders Halter kleiner Hühnerbestände fürchten. Der Erreger ist unter den Hühnerkrankheiten mit der Bezeichnung Kokzidiose (Rote Ruhr) bekannt und besiedelt hauptsächlich den Magen-Darm-Trakt. Verschiedene Kokzidientypen variieren in Verlauf und Gefährlichkeit, sodass nicht alle Hühner gravierende Auswirkungen erleiden müssen. Trotzdem steht fest, dass jedes Huhn mindestens einmal in seinem Leben mit Kokzidien in Kontakt, im Idealfall wird es dagegen immunisiert.

Prekär ist die Situation dennoch: Kokzidien vollziehen einen umfangreichen Entwicklungszyklus, für den sie das Milieu der jeweiligen Darmwände, die entsprechende Bodenwärme nach Ausscheidung sowie die Wiederaufnahme des Huhnes und den Weg durch den Magen benötigen. Schlussendlich ist schon ein Huhn in der Lage, den kompletten Hühnerbestand zu verseuchen!

Typische Warnhinweise

  • Verminderte Nahrungsaufnahme
  • Hohes Schlafbedürfnis
  • Aufgeplustertes Gefieder
  • Durchfall, oftmals mit Blutbeimengungen
  • Tod bei Küken und Jungtieren

Bei Verdacht auf einen Kokzidienbefall muss der Tiermediziner über die weitere medikamentöse Behandlung entscheiden. Um das Risiko auf Kokozidien zu reduzieren, sollte nicht nur im Krankheitsfall auf Hygiene geachtet werden. Spezielle Schutzimpfungen der Küken sind empfehlenswert.

Schwarzkopfkrankheit (Hühnerkrankheiten)

Bei der unter den Hühnerkrankheiten gelistete Schwarzkopfkrankheit, medizinisch auch als Histomoniasis oder Histomonose bezeichnet, ist der Histomonas meleagridis am Werk. Es handelt sich hierbei um einen Parasiten, der durch die Magen-Darm-Rundwürmer (Pfriemenschwänze) die Schwarzkopfkrankheit überträgt. Dieser Einzeller befällt hauptsächlich Puten und tritt oftmals schon während der ersten Lebensmonate auf. Der Parasit wird über Eier und Larven des Rundwurmes oder über Regenwürmer aufgenommen, dringt anschließend in die Darmzellen und über den Blutkreislauf in die Leber ein. Die dadurch massiven Gewebeschädigungen der betroffenen Zellwände äußern sich in folgenden Symptomen:

Spezifische Symptome

  • Durchfall (schleimig, selten gelb)
  • dunkel bis schwarz gefärbter Kamm
  • schwarz eingefärbte Kopfhaut (bei starker Ausprägung)
  • Abmagerung
  • Eitriger Blinddarm

Unspezifische Symptome

  • Atembeschwerden
  • Schläfrigkeit
  • Koordinationsstörung (Stelzengang)

Einen schwefelgelben und schleimigen Kot scheiden meistens ältere Tiere aus, die keine weiteren Krankheitszeichen entwickeln. Auch bei diesem Zeichen sollte schnellstmöglich der Tierarzt informiert werden, da der Erreger nur innerhalb weniger Stunden nach Kotabsetzung nachweisbar ist. Beim toten Tier erkennt der Mediziner den Erreger anhand von entnommenen Proben aus den betroffenen Gewebeabschnitten.

Eine medikamentöse Behandlung bei Nutztieren zur Lebensmittelgewinnung ist nicht zugelassen. Das gilt für sämtliche Hühnerkrankheiten. So bleibt die strikte Einhaltung von Hygienevorschriften. Zur prophylaktischen Vorbeugung der Schwarzkopfkrankheit dienen die regelmäßige Entwurmung und ein trockener Stall. Schon kleinste Pfützen oder feuchter Einstreu begünstigen die Bedingungen einer Infektion durch den Fadenwurm. Beim Befall überlebt ungefähr die Hälfte der erkrankten Zweibeiner.

Augenentzündung (Hühnerkrankheiten)

Hühner brauen einen Hühnerstall.Eine oftmals auftretende, aber eher harmlose Erkrankung ist die Augenentzündung. Entzündungen der Augen treten auch vermehrt als Begleitsymptom bei den unterschiedlichsten Hühnerkrankheiten zutage.

Ursächliche Auslöser einer Augenentzündung können beispielsweise in einer unzureichenden Stallbelüftung liegen. Dadurch erhöht sich die Konzentration von Ammoniak, die zu einer Entzündung der Augen (Bindhautentzündung, Konjunktivitis) führen kann. Aber auch Zugluft ist der Freund der Entzündung. Nicht zuletzt können sich dadurch noch weitere Erkältungssymptome entwickeln.

Augenentzündungen erkennt der Hühnerhalter an einer Lidschwellung mit wässigrem, teilweise auch eitrigem Ausfluss, der durch Krustenbildung zusätzlich das umliegende Federkleid verkleben kann und mit Brennen und Juckreiz einhergeht. Diesen unangenehmen Zustand versucht das Tier durch Scheuern und Kratzen zu unterbinden, was jedoch die Symptomatik noch mehr verschlimmert. Je nach Erregertyp ist auch bei der Augenentzündung eine Ansteckungsgefahr gegeben

Als erste Maßnahme zählt das Separieren des erkrankten Zweibeiners erfolgen, denn auch Pickangriffe duch Artgenossen sind quälend. Im weiteren Verlauf kann versucht werden, mit einem feuchten Wattestab oder in Wasser getränkten Wattebausch vorsichtig die Verkrustungen zu lösen. Zeigt sich keine Verbesserung der Symptomatik, sollte ein Mediziner befragt werden. Schwerwiegende Augenentzündungen bedürfen auf jeden Fall der Behandlung eines fachkundigen Tierarztes!

Verhaltensstörungen – Hühnerkrankheiten (Federn- und Zehenpicken – Kannibalismus)

Störungen im Verhalten bei Hühnern sind vielfältig. Beim Federnpicken werden beispielsweise die Federn bei anderen Artgenossen nicht nur gepickt oder herausgerupft, sondern teilweise auch vom jeweiligen Huhn verzehrt. Ziehen und Picken an der Haut und auf den Zehen anderer Hühner wird als Kannibalismus bezeichnet. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass das als „Nahrungsquelle“ auserwählte Opfer bis zum Tode gepickt wird.

Meist liegen die Ursachen in einem zu großen Bestand, der zu Platzmangel und Stress führt. Trotzdem sollte der Halter nach den ursächlichen Gründen dieses Verhaltens suchen und weitere Möglichkeiten in Betracht ziehen. Hierzu sind folgende Fragen hilfreich:

  1. Welches Klima herrscht im Stall? Ist das die bevorzugte Temperatur für Hühner?
  2. Verlassen die Hennen die Brutnester schon frühzeitig?
  3. Wie sind die Lichtverhältnisse im Stall? Sind irritierende Lichtreflexionen wahrscheinlich?
  4. Sind Nester ausreichend vorhanden?
  5. Haben die Hühner Möglichkeiten zum Rückzug (erhöhte Sitzstangen)?
  6. Gibt es ein Sandbad? Ist dessen trockener Zustand gewährleistet?
  7. Ist der Auslauf artgerecht gestaltet?

Ein weiterer Aspekt ist der Mangel an verschiedenen Nährstoffen. Es sollte stets ein ausgewogenes Angebot an Aminosäuren, Proteinen und Mineralstoffen im Hühnerfutter vorhanden sein. Auch fütterungsbedingte Mangelerscheinungen führen zu Verhaltensstörungen!

Hühnerkrankheiten – Kleiner Tipp am Rande!

Wer seine Hühner regelmäßig beobachtet, erkennt schnell Auffälligkeiten, die auf Hühnerkrankheiten hinweisen. Oftmals sitzen sie apathisch und aufgeplustert auf der Stange, lassen ihre Flügel hängen, verweigern die Nahrung oder werden gar von anderen Artgenossen gepeinigt. Das muss nicht sein! Ein verantwortlicher Halter wird bei Verdacht auf Hühnerkrankheiten stets im Vorfeld den Tiermediziner konsultieren. Nur dieser kann darüber entscheiden, ob die Eigenbehandlung ausreicht oder medizinische Maßnahmen erforderlich sind.

Zuletzt geändert am: 11. Apr 2018 @ 10:47


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