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Rote Ruhr – blutiger Durchfall bei Hühnern


Wenn Ihre Hühner an blutigem Durchfall leiden, sollten sie schnell handeln. Der Erreger ist zwar schon in Ihren Stall eingedrungen, aber Ihnen bleibt noch Zeit die Infektion einzudämmen.

In diesem Artikel finden Sie alle nötigen Informationen um die Krankheit zu verstehen und ihrem Ausbruch entgegenzuwirken.

Rote Ruhr – Herkunft

Der Erreger der roten Ruhr oder auch Kokzidiose nennt sich Eimeria tenella. Die Einzeller (Protozoen) haben als einzigen Wirt das Haushuhn. Andere Geflügelarten können nicht infiziert werden. Ein Ausbruch der Krankheit kann viele Ursachen haben, ist aber meist auf eine Einschleppung der Krankheitserreger durch neue Hühner oder Ungeziefer zurück zuführen.

Rote Ruhr – Ansteckung

Die nordische Vogelmilbe ist gefährlichDie rote Ruhr kann nur von Haushühner auf andere Haushühner übertragen werden. Das infektiöse Material sind die sporulierten Oozysten. Die „Aktivierung“ der Zysten erfolgt unter günstigen Umweltbedingungen. Die Sporulation erfolgt nur in einer feuchten und warmen Umgebung. Im Hühnerstall findet man diese Konstellation vorwiegend im Einstreu. Weitere Infektionsorte sind die Tränken und Tröge der Tiere.

Die Erreger werden durch das Picken in der Einstreu, sowie der Aufnahme von Futter oder Wasser in den Darm der Hühner eingeschleust. Dort Nisten sie sich ein und zerstören während des Lebenszyklus Teile der Darmwand. Die Oozysten werden mit dem Kot ausgeschieden und können ohne Probleme 1 Jahr im Stall oder im Auslauf überdauern. Werden sie innerhalb dieser Zeit von einem Huhn aufgenommen, gehen sie wieder in die aktive Form über und vermehren sich im Darm.

Rote Ruhr – Symptome

Der Name weist auf das bedeutendste Symptom hin. Der blutige und dünnflüssige Kot der Tiere sollte Sie alarmieren. Betroffene Hühner zeigen zudem eine ausgesprochene Fressunlust und sondern sich von der Gruppe ab. Wenn sonst aktive Hühner auf einmal im Stall bleiben, anstatt mit der Gruppe die Wiese unsicher zu machen, sollten Sie sich die Tiere und vor Allem den Kot genauer anschauen. Mit einer Lupe sind die Erreger im Kot als Pünktchen erkennbar.

Rote Ruhr – Bekämpfung

Befallene Hühner sollten zum Tierarzt gebracht werden! Ein zügiges Handeln ist erforderlich. Der Tierarzt kann den Tieren Antibiotika verabreichen, welche zu einer zügigen Besserung führen.
Umso wichtiger ist die Stallhygiene!
Man kann viel Zeit und Geld sparen, auch im Hinblick auf andere Erkrankungen.

Rote Ruhr – Vorbeugung

Um einen Ausbruch zu verhindern sollte die Einstreu der Tiere trocken gehalten werden. Dabei darf man nicht nur der oberen Schicht Beachtung schenken, sondern auch einmal in den unweiten Tiefen buddeln.

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Vor Allem in diesen fühlen sich die Erreger sehr wohl und die Hühner holen die unteren Schichten sowieso durch das Scharren hervor.

Der Stall sollte mit einem glatten, leicht zu reinigenden Kotbrett ausgestattet werden. Dadurch kann man vor dem Ausmisten auch gleich noch das Brett sauber kratzen und desinfizieren. Durch das Laufen und Scharren im Kot können die Eimerien verschleppt und im Stall verteilt werden.

Um eine Übertragung durch das Futter und das Trinkwasser zu verhindern, muss man auf eine regelmäßige Reinigung der Ausrüstung achten. Sollte man beim Wechsel des Wassers eine schleimige Schicht bemerken, dann ist diese sofort zu beseitigen.

Eine monatliche Desinfektion mit entsprechenden Mitteln ist ratsam, um auch weiteren Krankheiten vorzubeugen. Für Tröge und Tränken kann man Regendächer kaufen, diese kann man auch dazu nutzen, den Koteintrag in das Futter und das Wasser zu unterbinden.

Die Oozysten werden durch Fliegen, Käfer und Schaben verschleppt. Die Bekämpfung kann auf chemischen und physikalischen Wegen erfolgen. Der einfachste Weg ist das Aufhängen von Fliegenstreifen, diese müssen allerdings regelmäßig gewechselt werden.

Falls ihre Hühner Zugang zu einem Auslauf haben, sollten sie ein Rotationsprinzip einführen. Die Tiere sollten immer nur Zugang zu einem Bereich haben. Damit kann man auf einfache Weise die Konzentration der Erreger auf der Weidefläche gering halten und so die Möglichkeit zur Aufnahme der Oozysten gering halten. Je länger eine Fläche brach liegt, umso kleiner ist die Infektionsgefahr.

Rote Ruhr – Vermeidung

Die größte Gefahr geht von zugekauften Hühnern aus. Da man die Haltungsbedingungen nicht immer kontrollieren kann, ist die Gefahr hoch, dass die Tiere Krankheiten in sich tragen. Sie sollten die Tiere für eine Woche in einem anderen Stall unterbringen und die Tiere verstärkt beobachten. Dabei sollte man den Kot auf Auffälligkeiten kontrollieren und auch das Verhalten der Tiere bewerten.

Um Küken vor der Infektion mit den Eimerien zu schützen, kann man eine Schutzimpfung durch den Tierarzt durchführen lassen. Diese Impfung ist am 5.-9. Lebenstag empfehlenswert.

Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen stärkt die Abwehrkräfte der Tiere und hilft ihren Hühnern einer Infektion zu widerstehen. Bei einer Antibiotikabehandlung helfen ein paar mehr Vitamine die Krankheit schneller zu überstehen.

Rote Ruhr – Fazit

Die rote Ruhr oder Kokzidiose ist eine verbreitete Krankheit in der Hühnerhaltung, man kann sie allerdings mit ein paar einfachen Maßnahmen leicht in den Griff bekommen und so auch Mischinfektionen vorbeugen.

Zögern sie nicht bei blutigem Durchfall ihren Tierarzt zu kontaktieren, es kann ihren Hühnern das Leben retten!


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