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Wie wichtig ist Eiweiss im Hühnerfutter?

Bei Mensch und Tier gehört Eiweiß zu den lebenswichtigen Nährstoffen. Im Hühnerkörper sind Eiweiße unverzichtbar beim Aufbau von Knochen, Federn, Haut und Muskeln. Als Grundbaustein des Lebens ist Eiweiß unersetzlicher Bestandteil jeder Zelle. Bei der Bildung von Antikörpern und beim Transport wichtiger Nährstoffe sind diverse Eiweiße ebenfalls beteiligt.

Unterschiedliche Hühnerhaltungsbedingungen

Werden Hühner in der freien Natur gehalten, können sie sich pickend und scharrend suchen, was ihrem natürlichen Ernährungsbedarf entspricht. Dabei finden sie Samenkörner, Blätter, Kräuter, Gras, Würmer, Schnecken, Insekten und Vieles mehr. Derart frei gehaltene Hühner benötigen weniger zusätzliches Futter, als Hühner, die im Stall gehalten werden. Als Faustregel für die richtige Futtermenge kann gelten :
Pro Huhn mit ungefähr 2,5 Kilogramm Körpergewicht und normaler Legeleistung benötigt man 120 Gramm Futter pro Tag. Die Wassermenge sollte pro Huhn und Tag 250 ml betragen.

Futterzusammensetzung

Optimal ist ein Teil Eiweiß zu vier bis fünf Teilen Fette, Kohlehydrate und Ballaststoffe. Seit dem Jahr 2000 ist es auf Grund des BSE – Gesetzes nicht mehr gestattet tierisches Eiweiß von Warmblütern und Fischen an Nutztiere zu verfüttern. Da Hühner als Nutztiere gelten, ist die Hühnerhaltung auch von diesem Gesetz betroffen. Als Eiweißlieferanten im Hühnerfutter kommen Erbsen, Bohnen, Soja, Hirse und Buchweizen in Frage. Ebenso Milcherzeugnisse wie zum Beispiel Quark. Neben den unbehandelten natürlichen Futterbestandteilen, die überwiegend in Form von Körnern vorkommen, fressen Hühner auch gerne mehlartiges Futter. Dieses wird im Handel als sogenanntes „Legemehl“ angeboten.

Besonders bei der Aufzucht von Küken und bei der Fütterung von Legehennen kommt diese Mehl oft zum Einsatz. Sowohl als Zusatzfutter zur Aufwertung des Körnerfutters als auch als Alleinfutter wird es in der Hühnerhaltung eingesetzt. Garnelen im Hühnerfutter sind in der EU zugelassen, weil es sich bei den Krebstieren weder um Warmblüter, noch um Fisch handelt. Unter den Begriff Garnele fallen verschiedene kleine Krebstierarten bis zum Krill.

Tipp: Als Eiweißlieferanten sind Garnelen nahezu unübertroffen, wobei sie ebenso „gute Fette“ – Omega 3-Fettsäuren – und sehr viele wichtige Vitamine enthalten. Garnelen werden als Bestandteil der Futtermehle und als nicht zerkleinerte, getrocknete Tiere angeboten.

Soja besteht ebenfalls aus hochwertigen, gut verwertbarem Eiweiß und ist meist vom Preis her betrachtet der günstigste Eiweißlieferant. Bei mindestens 80 Prozent der auf dem Weltmarkt angebotenem Sojabohnen muss davon ausgegangen werden, dass es sich dabei um genmanipuliertes Soja handelt. Will man Soja ohne gentechnische Veränderungen erwerben, ist dies meist teurer und wesentlich schwieriger zu bekommen.

Zusammenhänge zwischen Haltungsbedingungen und Futterqualität

Je artgerechter und natürlicher unsere Hühner gehalten werden, desto weniger Zusatzstoffe in den Futtermitteln werden benötigt. Mittlerweile sind Futtermittelanbieter auf dem Markt, die mit ihren Produkten dem natürlichen Hühnerumfeld möglichst nahe kommen wollen und ihren Futterangeboten getrocknete Mehlwürmer, Blüten und vielerlei Kräuter beimischen. Auch getrocknetes Gemüse und getrocknetes Obst sind als Bestandteile der Futtermittel auf dem Markt.

Die Auswahl an Futtermitteln ist groß und es sollte so nicht schwer fallen, die Hühner gesund zu ernähren. Frisches Gemüse und Obst werden meist bevorzugt. Am Besten wäre eine Hühnerhaltung unter Obstbäumen aller Art, wie es früher bei den Streuobstwiesen üblich war. Dabei war auch die für Hühner so wichtige Deckung von oben gewährleistet. Während der Wachstumszeit, in der Mauser und während der Legeperiode benötigen die Hühner jeweils eine Extraportion Protein. Dabei kann jedoch ein Zuviel genauso schädlich sein, wie ein Zuwenig. Zuviel Eiweiß im Hühnerfutter kann auf Dauer die Nieren schädigen, weil ein Zuviel an Harnsäure produziert wird und diese schließlich für das Huhn giftig ist. Eiweißmangel hingegen kann das Wachstum verzögern und zu Schäden an Muskeln, Knochen, Organen und Zellen generell führen.

Für das Wohlergehen des Huhnes ist tierisches und pflanzliches Eiweiß in der jeweils richtigen Menge unbedingt nötig.Ausgewogenes Hühnerfutter sollte immer aus vielen unterschiedlichen Futterbestandteilen bestehen, die sich in ihrer Zusammensetzung jeweils optimal ergänzen.

Bei der Auswahl und Zusammenstellung der Futterrationen ist auf Vielfalt , Qualität und Natürlichkeit zu achten. Neben dem wichtigen und lebensnotwendigen Eiweiß zählen immerhin rund 50 verschiedene chemische Verbindungen und Elemente zu den Nährstoffen, die für die Gesundheit des Huhnes unverzichtbar sind.

Auch Hühner haben unterschiedliche Vorlieben und Gewohnheiten und deshalb sollte die angebotene Futterauswahl immer abwechslungsreich und an die jeweiligen besonderen Haltungsbedingungen angepasst sein. Je mehr die Hühner sich durch Scharren und Picken selbst versorgen können, desto besser und stressfreier gestaltet sich das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier. Auch am Geschmack der gelegten Eier lässt sich herausfinden womit das Huhn gefüttert wurde. Falls die Hühner Essensreste aus der menschlichen Küche angeboten bekommen, sollten diese Reste nicht gewürzt sind und auf gar keinen Fall verdorben.

Was neben der richtigen Futterzusammenstellung noch wichtig ist

Beim Vorhandensein eines geeigneten Grundstücks und ausreichend Zeit sich um die Hühner zu kümmern, ist die Haltung relativ leicht umzusetzen. Ein geeigneter Stall und ausreichend Auslauffläche, je nach Größe und Anzahl der Hühner, sind Grundbedingungen für artgerechte Hühnerhaltung. Vor der Anschaffung der Tiere sollten Planung, Berechnung und Umsetzung der Räumlichkeiten abgeschlossen sein.

Tipp: Hühnerhaltung ist meldepflichtig und es besteht zusätzlich auch noch Impfpflicht.


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