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Allgemeines zum Cochin Huhn

Groß, rund und flauschig, so sind diese sanften Riesen mit den befiederten Läufen wohl am ehesten zu beschreiben. Die Cochin Hühner sind bei der Züchtung etlicher schwerer Rassen eingekreuzt worden, machen aber auch als eigenständige Rasse ihren Haltern sehr viel Freude.

Merkmale

Ein Hahn bringt ausgewachsen zwischen 3,5 und 5,5 kg auf die Waage, bei den Hühnern liegt das Gewicht in der Regel zwischen 3 – 4,5 kg. Für die Züchtung sind insgesamt sieben Farbschläge anerkannt:

  • Schwarz
  • Weiß
  • Gelb
  • Blau
  • Rebhuhnfarbig-gebändert
  • Gesperbert
  • Schwarz-weiß gescheckt

Die Läufe sind gelb bis weidegrün und der Schnabel ist kräftig gelb bis honigfarben. Der Einfachkamm ist beim Hahn ebenso wie die Kehllappen deutlicher ausgeprägt, und wie bei den Hennen von kräftigem Rot. Insgesamt sind die Hühner gedrungener und rundlicher als die stolzen Hähne.

Die sogenannten Zwerg-Cochins sind eine eigenständige Rasse und tragen ihren Namen nur wegen der Ähnlichkeit mit ihren großen Artgenossen.

Die Haltung des Cochin Huhns

Durch das dichte Federkleid, dem niedrigen Körperbau und den befiederten Läufen brauchen die Cochin Hühner stets einen trockenen Boden. Dies gilt nicht nur für den Stall, sondern unbedingt auch für den Auslauf. Auch Kot und andere Verunreinigungen müssen regelmäßig und sorgfältig beseitigt werden.

Dafür muss bei der Umzäunung kein großer Aufwand betrieben werden. Ein 60 cm hoher Zaun hindert die Federbälle bereits daran auszubrechen. Cochin Hühner sind flugunfähig und machen anders als beispielsweise die Brahmahühner auch keine großen Sprünge oder legen ein rasantes Tempo an den Tag.

Zudem sind die Hühner recht leise und benötigen keinen großen Auslauf. Viel wichtiger ist ein schönes Sandbad sowie schattige und trockene Plätzchen. Die Sitzstangen sollten besser niedriger angebracht werden und über eine Leiter erreichbar sein. Das gleiche gilt natürlich auch für die Nester.

Die ausgesprochen ruhigen und friedlichen Tiere lassen sich gut mit anderen Artgenossen zusammen halten. Allerdings sollten es ebenfalls ruhige Hühner mit geringem Bewegungsbedarf sein.

Wenn der Auslauf für die Cochin Hühner zu üppig bemessen wird, kann dies zu Lasten der Legeleistung gehen.

Legeleistung und Eierdetails

Wer seine Hühner aus Spaß an der Freude und nicht hauptsächlich wegen der reichlich gelegten Eier halten möchte, dürfte mit der nicht ganz so üppigen Legeleistung der Cochin Hühner völlig zufrieden sein. Pro Jahr kann man mit etwa 120 Eiern in braungelber Farbe von seinen Cochins rechnen. Im Verhältnis zu der Größe und dem Gewicht dieser Hühnerrasse sind die Eier mit durchschnittlich 53 Gramm eher klein geraten.

Obwohl die Cochins gut durch ihr Federkleid vor Kälte geschützt sind, ist in den Wintermonaten kaum mit Eiern zu rechnen. Dafür sind Cochin Hühner ausgezeichnete Brüterinnen und liebevolle Mütter, denen man gerne auch ein fremdes Ei oder Küken unterschieben darf.

Cochin Hühner wachsen langsam und fangen daher erst spät mit dem Eier legen an. Ein Hahn braucht sogar etwa 18 Monate bis er ausgewachsen ist.

Fütterung des Cochin Huhns

Cochin Hühner sind mit wenig Auslauf zufrieden, müssen aber dennoch ein wenig Futtersuche betreiben, da sie gerne zu Fettleibigkeit neigen. Daher sollten sie auch nicht unbedingt mit Mastfutter gefüttert werden, wenn man sie nicht als reine Schlachttiere betrachtet. Ansonsten ist es ratsam die Hühner regelmäßig auf die Waage zu stellen, um die Futtermenge bei Bedarf anpassen zu können. Bewegung schadet den lieben Hühnern also nicht, vorausgesetzt der Auslauf ist trocken und der Boden nicht zu dicht bewachsen.

Für Abwechslung sorgen gelegentliche, frische Küchenabfälle und natürlich Obst, Kräuter und Gemüse. Das Trinkwasser muss stets frisch und in ausreichender Menge sowohl im Stall als auch im Freigehege zur Verfügung stehen.

Das Cochin Huhn für Anfänger

Obwohl sehr ruhig und in der Haltung eher als anspruchslos zu bezeichnen, gibt es bei der Haltung des Cochin Huhns doch einiges zu beachten, wenn man lange etwas von seinen Hühnern haben möchte. Da diese Hühnerrasse in erster Linie zur Fleischgewinnung gezüchtet wurde, neigen die befiederten Kugeln schnell zu Fettleibigkeit. Dies kann zu Herz-/ Kreislaufproblemen und sogar zum Tod der Hühner führen. Da die Cochins wegen ihres kompakten Körperbaus nicht Fliegen oder Springen können, müssen die Nistplätze und Schlafstangen entsprechend angebracht werden.

Herkunft

Ihren Namen haben die Cochin Hühner von der Region Kambodscha und Vietnam die einst Cochinchina genannt wurde und als Ursprung dieser Hühnerrasse gilt. 1842 starteten sie ihren Eroberungszug in die europäischen Länder, als Edward Belcher einige dieser Hühner von seiner Seefahrt nach England mitbrachte und der englischen Königin Victoria überreichte. Sie gilt als erste europäische Züchterin der Cochins.

Mit viel Liebe und Sorgfalt gezüchtet, wurden die Hühner gerne an weitere Adlige abgegeben und fanden so bald ihren Weg in weitere Züchtungen für schwere Rassen, die der Fleischgewinnung dienten. Auch ihre weichen Daunen fanden großen Zuspruch und wurden zur Füllung von Kissen und Decken verwendet.

Tipps vom erfahrenen Hühnerzüchter

Das dichte Federkleid von Henne und Hahn macht es den Cochin-Hähnen schwer die Hennen zu befruchten. Dies gilt sowohl für die Naturbrut als auch für die Kunstbrut. Da die Befruchtungsrate ohne menschliches Eingreifen recht gering ist, sind Cochin Hühner nur schwer zu züchten. Als wirksame Maßnahme hat sich das Freihalten der Kloake bei Hahn und Henne erwiesen. Natürlich nur indem man die Federn mit einer Schere stutzt und keinesfalls ausrupft.