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Allgemeines zum Vorwerkhuhn

vorwerkhuhn-auf-rasenDas Vorwerkhuhn ist ein Landhuhn mittlerer Dimension von schlankem aber muskulösem Körperbau. Was dem Betrachter sofort ins Auge sticht, ist die dreigeteilte Farbgebung. Sie ist auch als Gipfelzeichnung bekannt.

Die Küken der Vorwerkhühner lassen von dem eigentlich Zuchtziel noch nicht viel erahnen. Sie haben einen dunklen Körper und einen hellen Kopf.

Merkmale

Die Farbgebung der ausgewachsenen Tiere ist bei Hahn und Henne im Wesentlichen gleich. Kopf, Halsbehang und Schwanzgefieder sind samtig schwarz und grenzen sich kontrastreich von dem goldgelben Zentrum ab. Kamm, Kehllappen und Gesicht sind rot, die Ohrenscheiben weiß und die federlosen Beine blaugrau.

Die Haltung des Vorwerkhuhns

Vorwerkhühner sind unter anderem deshalb eine beliebte Hobbyzüchterrasse, weil ihre Haltung wenig arbeits- und materialintensiv ist.

Das Vorwerkhuhn verfügt über dichtes Untergefieder und ist winterhart. Während der kalten Jahreszeit muss die Unterkunft deshalb grundsätzlich nicht gesondert an die Witterungsverhältnisse angepasst werden. Ein wettergeschützter Bereich zur Eiablage und für die Nacht in Kombination mit Freifläche reichen aus.

Das Vorwerkhuhn ist winterhart

 

Um Ausbruchsversuche und Überfälle durch Fressfeinde weitestgehend zu verhindern, sollte der Auslauf durch einen engmaschigen Zaun von mindestens 1,5 m Höhe umschlossen sein. Das gilt erst recht dann, wenn Jungtiere gehalten werden und die Umgebung, zum Beispiel durch eine nahe gelegene Straße, störanfällig ist. Gerade die jungen Tiere reagieren auf Lärm oder hektische Bewegungen schreckhaft und neigen in solchen Momenten dazu, ihre Flugkünste unter Beweis zu stellen.

Ein weiterer Vorteil in der Haltung der Vorwerkhühner findet sich in ihrem Charakter: Sie sind von friedlichem Gemüt und dafür bekannt, dass sich selbst die Hähne untereinander vertragen, vorausgesetzt, die Tiere werden gemeinsam groß und das Platzangebot reicht aus.

Legeleistung und Eierdetails

eierdetails-vorwerkhuhnDas Vorwerkhuhn ist kein Legehuhn. Dennoch erbringt es eine recht passable Legeleistung. Die Legeleistung ist variabel und abhängig von den Haltungsbedingungen, der Fütterung und dem Zuchtstamm. 100 – 200 Eier jährlich sind möglich. Die Leistung bleibt in den Folgejahren (bis zu vier Jahre) konstant, weshalb ein zeitiger Austausch der Hennen zur Aufrechterhaltung des Ertrages nicht notwendig ist.

Vorwerkhühner beginnen bereits ab der 20. Woche mit dem Eierlegen, sofern dieser Zeitraum nicht ausgerechnet auf den Spätherbst oder Winter fällt.

Die Eier sind weiß oder cremefarben, entsprechend der Ohrscheiben der Hühner. Sie kommen auf ein Gewicht von 40 – 70 Gramm.

Fütterung des Vorwerkhuhns

Für die Fütterung des Vorwerkhuhns gelten die allgemeinen Futterparameter:

  • Hühner ohne besondere Leistungsanforderungen erhalten ein Standard-Erhaltungsfutter aus Getreide und Sämereien.
  • Sofern die Hühner Zugang zu Naturboden haben, suchen sie sich Grün- und Insektenfutter sowie kleine Steine zur Unterstützung der Verdauung selbst. Hühner, die ausschließlich in Stallungen gehalten werden, müssen in dieser Hinsicht zugefüttert werden.
  • Legende Hühner brauchen ein spezielles Produktionsfutter, das sie mit zusätzlichem Eiweiß und Kalzium versorgt.
  • Der Nährstoffgehalt sollte im Sommer ungefähr bei 1:3/1:4 und im Winter bei 1:5 liegen.
  • Während der Mauser haben die Hühner einen besonderen Bedarf an tierischem Protein und kalkhaltigen Bestandteilen im Futter.
  • Im Winter ist auf eine ausreichende Zufütterung von essenziellen Aminosäuren und Vitaminen zu achten. Das gelingt mit fertigen Futtermischungen oder über die Eigenmischung aus Körnerfutter, Mineralstoffen und Aminosäuren. Falls die Hühner zu sehr an Gewicht verlieren, kann zusätzlich Mais untergehoben werden.
  • Das Kükenfutter sollte maximal 18 % Rohprotein enthalten, damit der Knochenbau der Küken nicht unter einem zu schnellen Wachstum leidet.
  • Änderungen in der Fütterung sollten immer schrittweise erfolgen.

Die einzige Abweichung zur Hühnerfütterung allgemein findet sich in dem besonderen Talent der Vorwerkhühner, Lebendfutter aufzuspüren. Selbst die Küken sind schon früh mit der Nahrungssuche beschäftigt, wenn ihnen der Raum dazu zur Verfügung steht. Das bedeutet, dass Vorwerkhühner von Frühling bis Herbst kein zusätzliches Grün- oder Insektenfutter brauchen, wenn sie einen Freilauf nutzen können.

Das Vorwerkhuhn für Anfänger

Vorwerkhühner eignen sich prinzipiell auch für Neulinge auf dem Gebiet der Hühner- und Hobbyhaltung. Das liegt zum einen an ihrer umgänglichen Art, zum anderen an den anfängerfreundlichen Haltungsanforderungen.

Wenn die Hühner die Möglichkeit haben im Erdreich zu scharren und dabei Kleinstlebewesen sowie frisches Grün aufzuspüren, reduzieren sich die Futterkosten. Sie suchen sich ihr tierisches Protein selbst.

Herkunft

Das Vorwerkhuhn ist eine deutsche Zweitnutzungsrasse, die auf den Züchter Oskar Vorwerk zurückzuführen ist und unsere Gefilde bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert bereichert.

Tipps vom erfahrenen Hühnerhalter

vorwerkhuehner-bruetenWer selbst in die Zucht einsteigen möchte, sollte sich darum bemühen, Hahn und Henne aus verschiedenen Zuchtlinien zusammenzuführen. Die Rassebestände haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg zwar wieder erholt, sind aber immer noch überschaubar. Damit es nicht zur Inzucht kommt, bedient sich der aktuelle Erhaltungszuchtring zum Beispiel der Hahnenrotation, einer Methode, die nur mit nichtverwandten Tieren züchtet und dadurch für genetische Vielfalt sorgt.

Obgleich das Vorwerkhuhn eine erhaltenswerte Rasse ist, wird die Zucht nur vergleichsweise schleppend vorangebracht. Grund dafür ist die Legeleistung, die das Huhn für den Wirtschaftszweig uninteressant macht. Das Zuchtziel liegt bei 170 Eiern im Jahr. Und dieses Ziel zu erreichen, sollten ausnahmslos Hennen zur Zucht eingesetzt werden, die besonders legefreundlich sind.

Falls die Nachzucht auf natürlichem Wege mittels Naturbrut erfolgen soll, kann es sinnvoll sein, Ammen hinzuzuziehen. Die Eier der Vorwerkhühner werden diesen Ammen, also Hennen einer brutfreudigen Hühnerrasse, einfach untergelegt und von ihnen ausgebrütet. Das erhöht die Schlupfrate, weil die Vorwerkhennen selbst nämlich keine ausdauernden Brüter sind.