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Allgemeines zum Andalusier-Huhn

andalusier_huhn_vorstellung_holger_schellschmidtAndalusier sind eine auffallend schöne, aufrechte und selten gewordene Hühnerrasse, mit großen Eiern und viel weißem Fleisch. Ihre Haltungskosten sind außerdem gering.

Deswegen waren sie früher überall beliebt, bis sie von den Hybridhühnern verdrängt wurden.

Inzwischen stehen sie in der roten Liste der gefährdeten Nutztiere. Die mittelhohen, hellgrauen Hühner mit schwarzem Kopf werden von Züchtern „blau“ genannt. Gregor Mendel zog sie für seine Untersuchungen zur dominanten und rezessiven Vererbungslehre heran.

Es ist zu wünschen, dass diese gleichermaßen eleganten wie auch bewegungsfreudigen Hühner viele Liebhaber finden, so dass sie wieder bekannter und vielzähliger werden.

Merkmale der Blauen Andalusier

hahn_andalusier_holger_schellschmidtIn Deutschland züchtet man blau-gesäumte Andalusier. Ihr Federkleid ist grau mit deutlichen Schuppen, wie bei einem gepanzerten Ritter. Die Federn sollen nach Zuchtstandard einen schwärzlich wirkenden Rand haben.

Die Hähne der prächtigen Rasse sind etwas dunkler gefärbt als Hennen. Andalusier haben breite Schultern, ihr Rücken ist langgestreckt und ihre Flügel sind mittellang. Zur imposanten Haltung trägt ebenso auch der lange, schwarze Hals bei. Beim Hahn sind zudem auch die langen, Rückenfedern schwarz. Die Züchter nennen es „dunkelblauen Sattel“.

Bei Erregung kann der Hahn diese Rückenfedern steil nach oben aufstellen, was beeindruckend aussieht. Seine Schwanzfedern sind ebenso lang und sehen sichelförmig aus.

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Ein deutliches Kennzeichen der Andalusier sind auch ihre weißen, ovalen Ohrscheiben. Ihre Füße sind hell- oder dunkelgrau, Züchter sprechen von „schieferblau“, mit jeweils vier Zehen am Fuß. Der Schnabel ist auch grau. Auffallend schön ist am Andalusierhahn auch der steile Kamm und die dünnen, kreisrunden Kehllappen, die durchgehend gleichmäßig rot gefärbt sind.

Sein Einfachkamm ist regelmäßig gezackt, mit fünf Spitzen und seine Gesichtshaut ist rot. Bei den Hennen kann der Kamm im hinteren Teil leicht zur Seite geneigt sein.

Im Unterschied zu Deutschland kommen in Spanien auch völlig ungesäumte, braune Andalusier vor. Bei allen Farbschlägen wiegen die Hähne 2,5 bis 3 Hennen 2 bis 2,5 Kilogramm.

Es gibt auch Andalusier-Zwerghühner, sie sind ebenfalls selten. Hier wiegen die Hähne 900 Gramm, die Hennen 800 Gramm

Andalusier sind eng verwandt mit folgenden Hühnerrassen, den Minorka, Spaniern und Kastilianern.

Die Haltung des Andalusier-Huhnes

Andalusier sind sehr bewegungs- und flugfreudig, ihr Charakter ist freundlich. Ein hoher Zaun oder Freilauf mit Netz sind angebracht, dann wird man mit diesen Hühnern viel Freude haben! Sie vertragen Hitze außergewöhnlich gut. Ihre großen Kämme sind allerdings frostempfindlich.

Legeleistung und Eierdetails

eierdetails-andalusierAndalusier-Hennen legen 150 bis 170 große, weiße Eier im Jahr, jede Woche drei Stück. In warmen Ländern können sie bis 180 Eier legen. Dabei wiegt jedes Ei 58 Gramm, das ist eine tolle Leistung!

Manche Andalusierhennen sind bei mildem Klima Winterleger. Andalusier-Zwerghühner begnügen sich mit 100 weißen Eiern pro Jahr, sie wiegen immerhin 35 Gramm pro Stück.

Fütterung des Andalusier-Huhnes

Andalusier vertragen sehr proteinhaltiges Futter. Sie brauchen wenig Zusatznahrung, wenn sie Freilauf haben. Ansonsten gibt man ihnen morgens und abends 100 Gramm Pellets mit einem Proteinanteil von 16 Prozent, 30 Gramm grünes Gemüse und ein Calcium-Präparat. Oder etwas Legehennenfutter.

Wer die Möglichkeit hat, kann ihnen Futterweizen und Mais vom Bauer, oder etwas Weizen, Hafer und Gerste von einer Mühle holen.

Andalusier lieben alles, das proteinreich ist, wie Fleisch. Im Winter sind gekeimte oder Fermentierte Körner oder auch Sonnenblumenkerne und Kräutermehl in Bouillon gut. Ebenso eignen sich auch Wurzeln, geriebene Karotten mit etwas Quark und etwas Muschelkalk. Obst und grünes Gemüse wird immer gerne gefressen.

Wie alle Hühner lieben Andalusier auch gekochte Nudeln, Kartoffeln und Reis.

Das Andalusier-Huhn für Anfänger

andalusier_kuekenDie Andalusier können gut im Garten gehalten werden, wenn sichergestellt ist, dass sie nicht wegfliegen können. Sie lieben den Freilauf und die Abwechslung, können schnell rennen und sind sanftmütig.

Mit fünf bis sechs Monaten werden die Junghühner schon geschlechtsreif. Ab fünf Monaten kann man also mit Eiern rechnen, das ist recht früh.

Kleine Hähne krähen ab sieben Wochen!

Die Hennen haben jedoch keinen sehr ausgeprägten Bruttrieb. Es empfiehlt sich daher ihre Eier Hennen brutfreudiger Rassen unterzuschieben oder einen Inkubator zu verwenden. Die Küken sind sehr robust und werden schnell selbständig.

Herkunft

andalusier_hahnUrsprünglich stammen die stolzen Andalusierhühner aus der Provinz Andalusien in Spanien. Die Andalusier sind seit vielen Jahrhunderten jedoch auch Deutschland vertreten, wobei in Deutschland von weniger als 100 Hähne und weniger als 300 Hennen ausgegangen wird! Bekannt sind sie jedoch in ganz Europa.

In der Schweiz gibt es drei Züchter. Der „Sonderverein Züchter Blauer Andalusier und Zwerg-Andalusier“ (SV Blaue Andalusier, in Berlin) bemüht sich seit 1895 um den Erhalt der Rasse. Der Vorsitzende Holger Schellschmidt hilft gerne allen, die dazu einen Beitrag leisten wollen. Auch Bruteier werden hier vermittelt.

Tipps vom erfahrenen Hühnerhalter

Um Blaue Andalusier zu züchten, welche genau wie ihre Eltern aussehen, müssen bestimmte Regeln beachtet werden. Hierbei muss beachtet werden, dass die aparten Mittelmeerhühner einen intermediären Erbgang haben. Sind beide Eltern blaugesäumt, werden die Nachkommen zu 50 Prozent blaugesäumt. Die anderen 50 Prozent werden entweder weiß (was als splash bezeichnet wird) oder schwarz. Damit die Nachkommen zu 100 Prozent wie ihre Eltern blaugesäumt sind, muss sich ein weißer Hahn mit einer schwarzen Henne paaren.

Die Küken sind oft grau, schwarz oder gräulich-weiß und sollten im Alter von einem Monat ungefähr 250 Gramm wiegen. Nach drei Monaten bringen die Küken dann 1,2 bis 1,3 Kilogramm auf die Waage und mit 150 Tagen rund 2 Kilogramm.

Haben Andalusierhühner einen Freilauf mit Kompost oder viel Laub und Fläche zum Scharren im Gartenstück, so kann man enorm an den Futterkosten sparen. Denn sie sind gründliche Futtersucher.


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