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Kükenaufzucht

Die Kükenaufzucht macht nicht nur Spaß, die eigene Aufzucht der nächste Hühnergeneration lohnt sich auch, da man hierdurch die kleinen von Anfang an kennt und sicher weiß dass Sie gesund aufgezogen wurden.

Damit die Kükenaufzucht egal ob mit Hilfe der Kunst- oder der Naturbrut gelingt haben wir euch im folgenden alles Wichtige und viele Tipps aus unserer Erfahrung zusammengetragen.

Kükenaufzucht durch die Glucke:

Bei der Naturbrut zieht die Glucke ihre Küken fast selbstständig auf. Sie wärmt und beschützt sie und zeigt ihnen, wie man frisst und trinkt. Der Mensch selbst schafft hierbei nur die idealen Bedingungen.

Wenn die Küken schlüpfen, beschränkt sich die Arbeit des Menschen darauf, die leeren Schalen einzusammeln, damit sich der Nachwuchs nicht verletzen kann und die kleinen kurz zu beobachten, und ob sie augenscheinlich fit und agil sind und keine Auffälligkeiten, wie etwa Spreizbeine, zeigen.

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Sofern die Küken gesund und munter erscheinen, sollte man Sie in den ersten 24 Stunden auf keinen Fall aus dem Nest nehmen.

Wenn man der Glucke alle Eier gleichzeitig untergelegt hat, werden die Küken innerhalb 48 stunden schlüpfen. Solange bleibt die Glucke auf den Eiern sitzen und die schon geschlüpften Küken bleiben bei ihr. Es ist nur wichtig, genug Futter und Wasser in erreichbarer Nähe zu haben.

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Das ideale Kükenheim bei Naturbrut

Am besten gelingt die Kükenaufzucht, wenn die Glucke und die Küken in der ersten Zeit ein separates Nest haben. Wichtig hierbei ist, dass die Küken nicht rausfallen können und es immer problemlos erreichbar ist.

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Das Nest muss trocken und warm und mit Hanfstreu oder klein gehäckseltes Heu eingestreut sein, dies bindet gut und die Küken können sich nirgends verheddern.

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Über die richtige Temperatur muss man sich bei der Kükenaufzucht durch die Glucke keine großen Gedanken machen. Das regelt die Mama von allein. Wenn die kleinen frieren, kuscheln sie sich unter die Glucke. So sind sie immer ideal gewärmt.

Ob man einen separaten Gluckenstall benötigt, der abgetrennt von den anderen Hühnern ist oder das Nest im großen Stall belässt, hängt davon ab, ob man grundsätzlich freundliche Hühner hat, die den Nachwuchs nicht angreifen. Dies wäre der Idealfall, so können sich alle Tiere langsam aneinander gewöhnen.

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Der erste Ausflug und die Vergesellschaftung

Wenn die Glucke die Zeit für gekommen hält, wird sie ihre Küken ins freie Bringen. Meist ist das ca. eine Woche nach dem Schlupf.

Die Küken werden sich immer nah bei der Mutter aufhalten und fleißig nachmachen was ihnen gezeigt wird. Sollte es ihnen zu frisch werden, suchen sie Schutz und Wärme bei ihrer Mama.

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Im Idealfall passiert die endgültige Zusammenführung mit den anderen Hühnern schon in dieser Zeit. Die Mutter wird die fremden Hühner in ihre Schranken weisen und auf die Küken aufpassen. Erfahrungsgemäß gibt es hierbei selten Probleme.

Wie lange führt die Glucke

Die Glucke führt die Küken mindestens 8 Wochen, oft auch länger. Danach ist die Kükenaufzucht abgeschlossen und die Glucke wird beginnen, ihren Nachwuchs wegzupicken. Die Küken müssen von nun an ihren Weg selbst gehen. Keine Angst, Hühner wissen wann es so weit ist.

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Aufzucht von Küken aus dem Brutautomaten

Im Gegensatz zur Kükenaufzucht durch die Glucke ist bei der Kunstbrut menschliche Hilfe unerlässlich.

Die meisten Brutmaschinen arbeiten mittlerweile komplett selbstständig. Sie drehen die Eier, regeln die Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

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Nach den üblichen ca. 21 Tagen im Brüter kann man beobachten, dass die ersten Küken schlüpfen.

Haben sich alle aus den Schalen befreit, belässt man sie noch ca. 24 Stunden im Brüter, bis die Küken getrocknet sind. Hier haben Sie das optimale Klima und sind weitestgehend geschützt. In dieser Zeit benötigen Sie auch kein Futter, da sie vom Dottersack ernährt werden. Erst dann sollte man mit der eigentlichen Kükenaufzucht beginnen und die Küken in ihr neues Zuhause auf Zeit setzen.

Das ideale Kükenheim bei Kunstbrut:

Als Kükenheim eignet sich am besten ein alter Kleintierkäfig oder eine selbst gebaute Kiste aus Holz. Alternativ kann man auch ein bereits fertiges Kükenheime kaufen.

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Man sollte darauf achten, dass das Zuhause auf Zeit zugfrei, groß genug und leicht zu reinigen ist. Das Zuhause legt man mit Zeitung aus und streut am besten mit Hanfstreu oder klein gehäckseltem Heu ein.

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Jetzt kann die Kükenaufzucht mit Hilfe vom Menschen erfolgen!

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Das wohl wichtigste in den ersten Wochen der frisch geschlüpften Küken ist dabei die richtige Temperatur.

Die richtige Temperatur für die Kükenaufzucht

In den ersten Tagen der Kükenaufzucht sind die Küken auf eine Temperatur zwischen 35 und 36 Grad angewiesen.

Um die perfekte Temperatur zu erreichen, gibt es diverse Wärmeplatten, -Lampen oder -Strahler im Handel. Die wohl natürlichste Form der Wärme gibt aber wohl die Wärmeplatte. Sie benötigt außerdem kaum Strom und ist mit Hilfe der drehbaren Füße leicht einzustellen.

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Neben dem warmen Bereich, der regelmäßig mit einem Thermometer kontrolliert werden sollte müssen die Küken aber auch die Möglichkeit haben, sich in kühleren Bereichen aufzuhalten.

Schon bald ist zu beobachten, dass die ersten echten Federn wachsen. Sobald dies der Fall ist, kann die Temperatur langsam abgesenkt werden.

Tipp: Am besten senkt man die Temperatur um ca. 1 Grad alle 2 Tage. Achtung, die Temperatur darf keinesfalls unter 18 Grad abgesenkt werden.

Empfohlene Stalltemperatur bei Kükenaufzucht

AlterTermperatur °C
1.-2. Tag35-36
3.-4. Tag33-34
5.-7. Tag31-32
2. Woche28-29
3. Woche26-27
4. Woche22-24
Ab 5. Woche18-20
Temperatur auf Kükenhöhe gemessen

Wenn man die Küken gut beobachtet, merkt man schnell, ob die Temperatur in Ordnung ist. Ist lautes piepen zu hören und sitzen alle aneinandergedrängt unter der Wärmequelle, ist es den Küken zu kalt. Hier sollte man dringend die Temperatur erhöhen.

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Sollten die Küken jedoch den größtmöglichen Abstand zur Wärmequelle suchen, dann ist die Temperatur zu hoch und muss zu reduzieren.

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Wenn sich die kleinen in einer Ecke der Wärmequelle versammeln, so liegt ein Problem Zugluft Problem vor. Hier hilft es, eine brennende Kerze in das Heim zu stellen um zu sehen, woher der Zug kommt und diesen zu beseitigen.

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Die Idealtemperatur im Kükenheim herrscht, wenn die Küken ausgelassen im gesamten Bereich herumwuseln und entspannt sind.

richtige_temperatur_wärmeplatte

Mit der achten oder neunten Lebenswoche sollten die Küken voll befiedert sein und keine zusätzliche Wärmequelle mehr benötigen. Ab dieser Zeit kann man sie auch ins Freie lassen.

vollbefiedertes_kueken

Wie bringe ich meine Küken zum fressen?

Grundsätzlich ist Hühnern der Picksinn angeboren. Trotzdem kann man bei der Kükenaufzucht ein wenig nachhelfen. Am besten setzt man die Tiere hierbei nah an den Futterbereich und tippt mit dem Finger immer wieder leicht gegen das Futter.

Es wird nicht lange dauern, und die Küken machen dasselbe mit dem Schnabel. Genau so funktioniert es mit dem Trinken!

Die Vergesellschaftung mit den anderen Hühnern

Mit nach etwa 8 Wochen der Kükenaufzucht sind die Kleinen dann so weit, dass man sie mit den anderen Hühnern bekannt machen kann. Da sie aber keine Mama haben, die auf sie aufpasst und sie beschützt sollte man darauf achten, dass die Küken in der ersten Zeit in einem abgetrennten Bereich, mit Sichtkontakt zu den anderen Hühnern, untergebracht sind. Auch sollte dieser Bereich gegen Katzen, Greifvögel und andere Feinde geschützt sein.

Nach ein paar Tagen kann man die Abtrennung ein kleines Stück öffnen, so kann der mutige Nachwuchs die ersten Kontakte mit freundlich gestimmten Hühnern knüpfen, aber auch schnell wieder in die Sicherheit flüchten.

Nach ca. 7 bis 10 Tagen sollten sich die Hühner weitestgehend aneinander gewöhnt haben und man kann die Abtrennung entfernen, womit die eigentliche Kükenaufzucht erfolgreich beendet ist.

Nicht erschrecken, die jungen Tiere werden bis zur Legereife grundsätzlich etwas ruppiger behandelt. Mit der Legereife wird dann die Hackordnung neu festgelegt.

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Ob Natur- oder Kunstbrut, in einigen Dingen ticken alle Küken gleich

Das Futter

In den ersten 48 Stunden nach dem Schlupf ernähren sich die Küken aus den Nährstoffen im Dottersack. Danach sollte immer ein auf die Küken abgestimmtes Futter bereitstehen. Hier gibt es diverse Aufzuchtfutter sogenannte Kückenstarter. Am besten füttert man Pellets, so können die Küken nicht aussortieren.

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Außerdem lieben Küken eine Mischung aus frischer Brennnessel, geraspelte Karotten, Haferflocken, etwas Knoblauch und gekochtem Ei, alles klein gehäckselt.

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Hier bereitet man am besten gleich größere Mengen vor, da auch die großen diese Mischung mit Vorliebe fressen.

Sobald die Tiere miteinander vergesellschaftet werden, fressen die Junghennen auch das normale Futter mit.

Wasser

Am besten nimmt man eine flache Schale mit einem Stein oder ähnlichem in der Mitte. So können die Küken nicht hineinfallen und ertrinken. Das Wasser sollte insbesondere bei der Kükenaufzucht immer frisch und sauber sein.

Eine saubere Umgebung

Bei der Kükenaufzucht ist darauf zu achten, dass die Umgebung immer penibel sauber gehalten wird. Das Kükenheim sowie das Nest mit Glucke muss täglich auf Parasiten kontrolliert werden, Kot muss entfernt werden.

Außerdem muss das Zuhause zugluftfrei und trocken sein!

Impfung

In Deutschland herrscht Impfpflicht gegen die Newcastle Krankheit. Die Küken sollten schon in den ersten beiden Lebenswochen die erste Impfdosis erhalten. Diese wird, wie bei den erwachsenen über das Trinkwasser gegeben.

Es gibt des weiteren einige andere Impfungen, welche keine Pflicht sind. Hier sollte man sich am besten mit dem Tierarzt beraten, welche wirklich sinnvoll sind.

Geschlechterbestimmung beim Küken

Die wohl interessanteste Frage für die frisch gebackenen „Hühnereltern“ ist wohl, welches Geschlecht der Nachwuchs hat.

Im ganz jungen Kükenalter versuchen sich einige am Feder- oder Kloakensexen.

Hierbei kann aber nur selten eine 100%ige Aussage getroffen werden.

Die bessere Variante ist auf jeden Fall sich etwas in Geduld zu üben.

Mit ca. 8 Wochen lassen sich bei den meisten Rassen Hähne schon leicht von Hennen unterscheiden.

Die Körperhaltung sowie das Gesicht (Kamm, Lappen, Farbe) geben hier oft schon Aufschluss über das Geschlecht.

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Wenn man eindeutig einige Hähne hat, können diese bis zur Geschlechtsreife problemlos zusammen laufen. Auch ein Althahn macht hier noch keine Probleme. Sobald die Halbstarken aber anfangen zu krähen, wird die Harmonie gestört. Ab dann werden Machtkämpfe ausgetragen, die nicht selten bis zum Tod des Schwächeren führen.

Spätestens ab dann sollte man sich überlegen, was mit den Junghähnen passiert. Nicht jeder hat genug Platz, um mehrere Gruppen laufen zu lassen, daher sollte man sich schon im Vorfeld vor der Kükenaufzucht gut überlegen, ob man mit den Konsequenzen umgehen kann.

Kunst- oder Naturbrut, was ist besser?

Bei der Naturbrut hat man zwar kaum Arbeit und es gibt wohl kaum schöneres als einer Glucke mit ihrem Nachwuchs zuzusehen, allerdings ist diese Form der Brut kaum planbar. Eine gluckende Henne hat ihren eigenen Kopf und gluckt, wann sie das möchte und nicht wann es der Mensch für richtig hält.

Da vielen Rassen der Bruttrieb weggezüchtet wurde, kann es auch sein, dass man nie eine Glucke hat.

Bei der Kunstbrut hat man genug Zeit, alles vorzubereiten, man kann sich in Ruhe um die Bruteier kümmern und den für sich perfekten Zeitpunkt für die Kükenaufzucht aussuchen. Auch für den Fall, dass man brutfaule Hühner hat, kommt man so zu Küken.

Für Züchter ist eine Brutmaschine natürlich auch unverzichtbar.

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Sollte man aber doch gerade eine Glucke haben und der Zeitpunkt ist nicht ganz schlecht, so ist es immer empfehlenswert, sich auf das Abenteuer Naturbrut einzulassen.

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