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Kampfhühner

Allgemeines

Kampfhühner gehören zweifellos zu den spannendsten Hühnervögeln überhaupt und sind die Unterart mit dem feurigsten Temperament. Genau deshalb ist es für den Hobbyzüchter überaus interessant, ein Kampfhuhn zu halten, auch wenn dieses Unterfangen nicht immer ganz komplikationslos ist. Aber diese Tiere bauen eine intensive Bindung zu ihrem Halter auf, wenn dieser ihnen ausreichend Zeit widmet.

Die verschiedenen Rassen der Kampfhühner sind überaus ausdrucksstark und sie existieren in drastisch unterschiedlichen Größen. So bringt ein ausgewachsener Hahn des Modernen Englischen Zwergkämpfers lediglich rund 500 g auf die Waage, während ein Indischer Kämpfer durchaus 5,5 kg wiegen kann. Diese Diskrepanz resultiert aus den verschiedenen Arten, Hahnenkämpfe zu inszenieren. Um dies zu verstehen, ist ein wenig „Hühnergeschichte“ angebracht.

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Modernen englischer Zwergkämpfer Hahn

Geschichte der Kampfhühner

Vor 6000 Jahren stellten sich die ersten Hähne dem organisierten Kampf

Wo die ersten Hahnenkämpfe stattgefunden haben, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Dokumentarisch festgehalten wurde, dass ein Turnier mit Hahnenkämpfen im Jahr 517 vor Christi in China in der heutigen Provinz Shantung durchgeführt wurde. Und Archäologen fanden Beweise für Hahnenkämpfe in Jerusalem, die auf das Jahr 510 vor Christi datiert werden konnten.

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Darüber hinaus gibt es eindeutige Hinweise auf Hahnenkämpfe in Süd- und Mittelamerika zur Zeit der Maya, Inka und Azteken sowie in Zentralasien und in der Südpazifikregion, die darauf hindeuten, dass die ersten Kampfhühner bereits vor über 6000 Jahren ihre Kampfkünste zur Schau stellten.

In der Antike hatten Hahnenkämpfe in Griechenland einen außergewöhnlichen Zweck. Sie wurden vor einer Schlacht für die Soldaten inszeniert, um deren Mut und den Kampfeswillen zu steigern.

Wie die Kampfhuhnrassen entstanden

Aus dieser langen Zeit und aus der regionalen Vorliebe für bestimmte Kampfstile, entstanden diverse Rassen von Kampfhühnern, die sich teils deutlich voneinander unterscheiden. Vor der Gründung der Vereinigten Staaten waren in den Südstaaten wie Oklahoma, Texas oder Louisiana das kraftvolle und somit schwere Kampfhuhn beliebt.

Im Gegensatz dazu zogen die Südamerikaner und zumeist auch die Asiaten kleine und damit sehr schnelle, flinke Kampfhühner vor, die aktionsgeladene aber oftmals nur kurz andauernde Kämpfe austrugen. Entsprechend unterschiedlich waren die Zuchtrichtungen bei den Kampfhuhnrassen. Diese mussten entweder schwer, ausdauernd und kräftig sein oder klein, wendig und blitzschnell.

Bei beiden Zuchtrichtungen waren aber immer ein feuriges Temperament, großer Mut und eine gehörige Portion Aggressivität gefragt.

Kampfhähne im weltweiten Sprachgebrauch – eine humoristische Anekdote

Es gibt zwei Worte, welche direkt aus den Hahnenkämpfen stammen und weltweit in jede Sprache Einzug gehalten haben – eines davon ist der Cocktail. Inzwischen sind die Rezepte für Cocktails bunter als die Welt der Kampfhühner.

Cocktail

Der für ein Getränk doch etwas seltsame Name, den wir in der Regel gedankenlos nutzen, hat seinen Ursprung in den Cockpits, den Arenen für Hahnenkämpfe. Während der Prohibition in den USA war es den Barbesitzern verboten, Alkohol zu verkaufen – so der Wortlaut des Gesetzes.

Die cleveren Gastwirte inszenierten daraufhin Hahnenkämpfe in den Bars und Pubs. Die Gäste zahlten Eintritt. Der Besitzer eines siegreichen Hahns erhielt als Trophäe den Schwanz des unterlegenen Kampfhahns überreicht. Die Gäste stießen auf diesen Cocktail mit einem Wodka-O-Saft an, dem Screwdriver und damit mit dem ersten Cocktail, der jemals gemixt wurde.

Cockpit

Wem es nicht aufgefallen ist, das zweite Wort aus der Welt der Kampfhähne ist Cockpit. Diese Arenen sind traditionell rund und von hohen Wänden aus Maschendraht oder Plexiglas umgeben. Genau nach diesen verglasten Arenen wurde die Kabine für die Piloten von Flugzeugen benannt – Cockpit.

Länder in denen der Hahnenkampf zur Kultur gehört und bis heute betrieben wird

Nahezu weltweit wurden Hahnenkämpfe aus Gründen des Tierschutzes verboten, aber auch, weil dort illegal Wetten abgeschlossen wurden, von denen die jeweilige Regierung keine Steuern abzweigen konnte.

So gibt es nur noch wenige Länder, in denen der Hahnenkampf legal ist und teilweise sogar im TV übertragen wird, mit einem vergleichbaren Stellenwert wie ein Fußballspiel der Bundesliga in Deutschland.

Zu diesen Ländern gehören insbesondere:

  • Indonesien
  • Guam
  • Thailand
  • Philippinen.

Der aus mehr als 7.000 Eilanden bestehende Inselstaat der Philippinen blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück und gilt als die Geburtsstätte des modernen Hahnenkampfes. Zur Asien-Expedition von Ferdinand Magellan gehörte Antonio Pigafetta. Der gebürtige Italiener war für das detaillierte Führen des Expeditions-Tagebuchs verantwortlich.

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Als Magellan 1521 die Philippinen erreichte, fiel Pigafetta bei einem Landgang auf, dass die lokalen Hühner eine niedrige Aggressionsschwelle besaßen und sich bereits die Küken spielerisch im Kampf übten. Der Italiener zeigte daraufhin den Filipinos, wie ein Hahnenkampf ausgerichtet wird und wie ein Cockpit aussehen soll.

So entstand eine inzwischen über 500-jährige Tradition und ein bedeutender Wirtschaftszweig in dem westpazifischen Staat. Zudem gelten die Philippinen als Vorreiter bei der Zucht moderner Kampfhuhnrassen und bei der Durchführung von Hahnenkämpfen. In nahezu jedem größeren Ort ist ein Cockpit zu finden, eine Hahnenkampfarena, die in den Philippinen offiziell als Sports and Entertainment Center bezeichnet werden.

Der Hahnenkampf

Ein Hahnenkampf dauert selten länger als eine Minute, denn die Tiere agieren mit hoher Aggressivität und viel Mut. Die Kämpfe sind so schnell, dass Angriffe im Fernsehen in Zeitlupe wiederholt werden müssen, um die Durchführung einer Attacke zu erkennen.

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Mitteleuropäer erleben einen Hahnenkampf für gewöhnlich als Tierquälerei. Wer hinter die Kulissen schaut, der wird erstaunt sein, wie innig und vertraut das Verhältnis der Züchter zu jedem einzelnen Kampfhuhn ist. Und wer einmal sieht, wie Mitteleuropa, auch in Deutschland frisch geschlüpfte Küken nach Geschlecht aussortiert und zur Hälfte getötet werden oder wie Hühner in Schlachthöfen behandelt werden, der kann auch hierbei nicht von einer tiergerechten Methode zur Fleischgewinnung sprechen.

Dies soll keine Rechtfertigung oder Fürsprache für Hahnenkämpfe sein. Nur ein Denkanstoß, denn wer im Glashaus sitzt, der sollte bekanntlich nicht mit Steinen werfen.

Generelle Merkmale beim Kampfhuhn

Obwohl die Unterschiede bei Größe und Gewicht bei den vielen Rassen der Kampfhühner derart differieren, besitzen diese Hühnervögel einige unverkennbare Gemeinsamkeiten. Ein Kampfhuhn ist in der Regel überaus muskulös. Der Körper ruht zumeist auf sehr kräftigen Beinen, an welchen die hintere Zehe gut ausgebildet. Oftmals ist zudem ein scharfer Kampfdorn zu sehen.

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Brügger Kämpfer

Ein Kampfhuhn besitzt zumeist wenig Flaum unter einem oftmals harten, glanzvollen Deckgefieder, welches wie eine Ritterrüstung wirkt. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Indische Kämpfer, der mangels Flaum stellenweise sogar kahle Stellen am Körper aufweist, oftmals an den Schultern und der Brust.

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Schar indischer Kämpfer

Vom Charakter sind Kampfhühner überaus lebhaft und als Jungtiere sehr verspielt. Bereits die Küken üben sich auf typisch tollpatschige Weise im Zweikampf, was zu beobachten, äußerst unterhaltsam sein kann. Übrigens ist der Kampf der Hähne ein natürlicher Trieb, der bei nahezu allen Hühnervögeln und zahlreichen anderen Tierarten beobachtet werden kann.

Haltung von Kampfhühnern

Bereits im jugendlichen Alter sollten Hähne voneinander getrennt werden. Einige Exemplare entwickeln ansonsten einen hohen Drang, sich ständig in Kämpfen zu üben. Außerdem ist es nicht immer ganz einfach, Kampfhühner überhaupt nachzuziehen.

Bei den sehr schweren Rassen sollte der Hobbyzüchter auf kleine Hähne und große Hennen setzen, weil die sehr schweren Hähne oft nicht mehr in der Lage sind, die Hennen zu befruchten. Überdies hat es sich gezeigt, das Nachzuchterfolge größer sind, wird ein Hahn mit bis zu maximal 5 Hennen gehalten.

 

Übersicht der wichtigsten Kampfhuhnrassen:

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