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Das Ardenner Huhn

Steckbrief + -
Gewicht: 1,75kg
2,5kg
Winterleger:
Legeleistung: 1. Jahr= 170
2. Jahr= 170
Eierfarbe: eifarbe_weiss
Kategorie: Legehuhn
Anfängerrasse
Vor der Anschaffung der ersten Hühner gibt es einiges zu beachten. Der foglende Ratgeber hilft dir dabei unnötige Fehler zu vermeiden.

Allgemeines zum Ardenner-Huhn

Die Ardenner werden in Belgien auch Wallikiki genannt, also wallonisches Huhn. Das mittelgroße Liebhabergeflügel ist sehr aufrecht, schlank, wendig und von ausgesprochen lebhaftem Charakter. Seit dem 1. Weltkrieg haben Ardenner ihre wirtschaftliche Bedeutung eingebüßt und kommen selbst in Europa und Belgien nur noch selten vor.

Sie sind vom Aussterben bedroht. 2009 gab es weltweit nur noch 2.000 Ardenner-Hühner. In ganz Belgien gab es 2015 nur noch 20 Züchter, in Frankreich zeitweise keine mehr. Dabei ist ihr Fleisch weiß und köstlich. Hybridhühner haben sie der Legeleistung überflügelt. Verschiedene Farbschläge und Zwergformen der Ardenner sind anzutreffen.

Merkmale

Die metallisch glänzenden, schwarz-orange-goldfarbenen Hähne der Ardenner wiegen 1,75 bis 2,5, die kupferfarbenen Hennen 1,5 bis 1,75 Kilogramm. In Deutschland wird auf dunkelgrau- bis purpurrote Gesichtshaut geachtet. Dies gilt auch für den regelmäßig gezackten Einfachkamm mit fünf Zacken, die Kinnlappen und Ohrscheiben. Selbst Augen, Schnabel und Läufe sind gräulich, der Züchter nennt es „brombeerfarben“. Die Kehllappen des Hahnes sind ganz rund, Kamm und Kehllappen dunkleres Rot.

ardenner_henne

Der Schwanz ist prächtig, die Flügel werden etwas nach unten hängend getragen. In Belgien sind auch schwanzlose Ardenner, „damit der Fuchs sie nicht packt“, anerkannt.

Tipp: Die Befruchtung durch schwanzlose Hähne gelingt nicht immer gut. Weil solche Hähne nicht leicht das Gleichgewicht halten können, wenn sie oben sind. Um hier zu helfen kann man die Haare um die Kloake beim zu befruchtenden Huhn und beim befruchtenden Hahn vorher abschneiden, damit wenigstens nicht auch noch Haare im Weg sind.

Der Hals der Ardenner soll nach oben sichtbar schmaler werden. Oft haben sie einen silbernen oder goldenen Hals.

Es kommen als Farbschläge vor:

  • schwarz, weiß
  • gold-, silberhalsig, blau-goldhalsig
  • schwarz-gold, gold-schwarz gesäumt, schwarz-silber
  • wildfarbig, auch rebhuhnfarbig genannt
  • silber-wildfarbig, birkenfarbig
  • lachsfarbig, golden- und silber-lachsfarbig
  • orangebrüstig, orangefarbig

Zwergardennen haben einen gestreckten Körper, eine etwas vorgewölbte Brust und kleinen Kopf. 1913 wurden sie in Belgien, 2012 in Deutschland anerkannt. Hähne wiegen 600 bis 650, Hennen 500 bis 550 Gramm. Sie haben fünf bis sechs Kammzacken und lange Schwanzfedern.

In Deutschland sind bei Zwergardennen nur birkenfarbige und orangebrüstige anerkannt, immer mit dunklem Gesicht. In anderen Ländern gibt es mehr Farbschläge und oft mit hellem Gesicht. Hauptsächlich kommen jedoch rebhuhnfarbige Hühner vor. Sie lassen sich gut anfassen. Auch sie sind vom Aussterben bedroht, 2010 gab es nur noch 168 Ardenner in Belgien.

Haltung

Ardenner sind sehr intelligente Hühner, flink und flugfreudig. Sie sind zu unruhig für reine Stallhaltung und sehnen sich nach einem Freilauf mit der Möglichkeit zu Scharren. Wo sie das nicht ausleben können, kann man ihnen eine geräumige, mit einem Netz überdachte Volière anbieten.

ardenner_hahn

Sind niedrige Bäume darin, übernachten die Ardenner auch gerne auf ihnen. Im wallonischen Dialekt haben sie deswegen den Beinamen „Buschhennen.“ Ardenner können 20 bis 30 Meter weit fliegen, in einer Flughöhe von drei bis vier Metern.

Achtung: Ein Netz über dem Freilauf ist notwendig, wenn Ardenner in einer Volière sind. Denn sie können sogar Zäune von über vier Metern überfliegen

Legeleistung und Eierdetails

Die Hennen der Ardenner legen rund 170 große, weiße Eier im Jahr. Hierbei hat ein Ei ein Gewicht von rund 57 Gramm. Obwohl sie Kälte ertragen, sind Ardenner keine Winterleger.

Zwerg-Ardenner legen ungefähr 150 weiße Eier im Jahr, die 30 bis 35 Gramm schwer sind.

eierdetails-ardenner

Fütterung des Ardenner-Huhnes

Ardenner sind bei Freilandhaltung nahezu Selbstversorger. Ansonsten lieben sie Körner, zum Beispiel Weizen, Sonnenblumenkörner und gebrochenen Mais. Wie alle Hühner picken sie gerne Haferflocken, Grünfutter aller Art, wie Gras und Spinat und etwas Obst. Im Winter serviert man ihnen z. B. geriebene Karotten, Kohl, Salat, gekochte Kartoffeln, Reis, Nudeln, gekochte Linsen oder Erbsen, manchmal etwas Fleisch oder Fisch. Denn in der Natur picken sie Insekten, Würmer und Larven.

Achtung: Fleisch und Kartoffeln dürfen auf keinen Fall roh sein, auch keine Schokolade oder Kaffeesatz in den Trog leeren! Biofutter erzeugt Bio-Eier! Legehennen können zusätzlich Soja erhalten.

Alles in Allem finden Sie einem äußerst hochwertig und abwechslungsreich zusammengestellten Fertigfutter in unserem Hühnerfuttervergleich.

Küken gibt man einen Monat lang nur Kükenfutter. Dann können allmählich Körner usw. dazukommen.

Das Ardenner-Huhn für Anfänger

Die Ardenner sind eine kerngesunde und wetterresistente Hühnerrasse. Kälte und Hitze vertragen sie gut, bei Zugluft ist jedoch Vorsicht geboten.

Hennen lassen sich in manchen Ländern noch selbständig zum Brüten nieder und lieben es, auf den Eiern zu sitzen. Auch ihre Küken ziehen sie selbst gut auf. In Deutschland wurde ihnen der Bruttrieb jedoch weitestgehend weggezüchtet.

huehnerschar_ardenner

Die Hähne sind meist friedlich und bekämpfen sich nicht untereinander, solange jeder ausreichend Hennen und genügend Platz hat. Ardenner können sehr zutraulich werden, vor allem wenn man sie von klein auf großgezogen hat. Ansonsten sind sie entgegenkommend, mögen aber Streicheln nicht besonders.

Herkunft

Ardenner sind wohl die älteste Hühnerrasse in ganz Belgien. Sie sind robuste Haushühner vom Landhuhn-Typ. Dass sie aus den waldigen Anhöhen der Ardennen stammen, hört man an ihrem Namen. Die Eigenschaften dieser Rasse sind wiederum vom gallischen Bressehuhn in Frankreich. Die Ardennen liegen zwischen Belgien, Luxemburg und Ost-Frankreich.

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Tipps vom erfahrenen Hühnerhalter

Ardenner ertragen sogar große Hitze gut. Im Hitzesommer 2003 starb kein einziges Ardennerhuhn, als es in Hühnerställen bis 37 Grad heiß wurde, bei den üblichen Hühnerrassen dagegen schon.

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Küken brauchen anfangs Anleitung, z. B. dass sie bei Regen unter ein Schutzdach gehen. Man sollte sie zunächst nur mit Glucke hinauslassen, die sie unter ihre Federn nimmt!

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