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Allgemeines zum Italiener Huhn

Dieses hübsche Italiener Huhn wird von Haltern und Züchtern als robust, lebhaft und zutraulich beschrieben. Alle Hühner, vor allem aber die Hähne, fallen durch ihren aufrechten, beinahe stolzen Gang auf. Sie sind recht gute Flieger und brauchen daher einen hohen Zaun, wenn sie nicht das ganze Grundstück (und mehr) in Besitz nehmen sollen.

Merkmale

Durch die vielen verschiedenen Farbschläge lassen sich die Italiener nicht immer auf den ersten Blick als solche identifizieren. Bei einem Huhn, das perlgrau mit weißen Tupfen oder blau-weiß gescheckt daher kommt, würde man sicher nicht sofort auf diese Rasse tippen. Wer sich für eine der außergewöhnlichen Färbungen interessiert, der sollte sich mit einem erfahrenen Züchter in Verbindung setzen. Es sind mehr als zwanzig verschiedene Farbschläge bei den Rassegeflügelzüchtern zu finden. Am bekanntesten sind jedoch die rebhuhnfarbigen Exemplare.

Die Haltung des Italiener Huhns

Das Italiener Huhn liebt einen großen Auslauf. Die Rasse ist temperamentvoll und kann schon mal etwas lauter werden. Das sollte man unbedingt beachten, wenn der Hühnerstall in unmittelbarer Nähe zum Nachbarn steht.

Einen Stall brauchen diese Hühner auf alle Fälle, um vor allem in der Nacht vor Fressfeinden gesichert zu sein. In Wintern mit sehr eisigen Temperaturen bekommen die Hähne, die oft recht große Kämme haben, manchmal Probleme mit dem Frost. Sie sollten in diesem Fall lieber im Stall bleiben. Bei handzahmen Tieren kann man die Kämme mit Vaseline schützen. Da unsere Winter in den letzten Jahren selten sehr kalt waren, können die Tiere praktisch bei fast jedem Wetter in den Auslauf. An regnerischen Herbsttagen schätzen sie, wie alle anderen Hühner, einen überdachten Unterstand.

Die Hennen brüten nicht besonders gern und kümmern sich im Allgemeinen auch nicht besonders eifrig um ihre Küken. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen. Trotzdem ist es das Beste, wenn man die Eier vom Italiener Huhn einer anderen Glucke unterlegt. Allerdings sollte man seine Erwartungen nicht zu hoch schrauben, da die Befruchtungsrate bei dieser Rasse nicht besonders gut ist.

Lässt man die Küken im Brutkasten schlüpfen, dann kommen sie mit ein wenig Pflege auch ohne Mama zurecht, denn sie sind relativ robust und befiedern sich schnell. Am wohlsten fühlen sich die Kleinen natürlich mit einer Pflegemutter und es ist ihnen vollkommen egal, dass es kein Italiener Huhn ist.

Legeleistung und Eierdetails

Die Italiener Henne wiegt höchstens 2,5 kg und legt im ersten und zweiten Jahr bis zu 200 weiße Eier. Anders als bei anderen Hühnerrassen, nimmt die Legeleistung ab dem dritten Jahr nicht rapide ab, sondern nur allmählich. Das wird sicher besonders solche Hühnerhalter freuen, die ihre Tiere nicht nach zwei Jahren austauschen wollen.

Im Winter macht das Italiener Huhn gern mal Pause und hält sich etwas zurück. Dafür gibt es dann im Frühjahr wieder jede Menge Eier, die ein Gewicht von durchschnittlich 55 g haben. Italiener Hühner gelten daher als Leghuhnrasse, werden aber auch als Fleischlieferant geschätzt. Der Hahn bringt bis zu 3 kg auf die Waage und neigt dazu, seine Hühner zu beschützen.

Fütterung des Italiener Huhns

Die Hühner suchen ihr Futter gern im Freien und sollten nicht zu reichlich gefüttert werden, da sie gern etwas Fett ansetzen. Darunter leidet die Legeleistung des Italiener Huhns merklich. Bekommen die Tiere genug Auslauf, dann sind sie fast den ganzen Tag unterwegs. Als echte Überflieger fallen sie, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen, bedenkenlos über den Gemüsegarten oder das Blumenbeet im Vorgarten her. Dort hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung, da sie eine ausgesprochene Vorliebe für Grünes haben.

Natürlich liebt das Italiener Huhn auch Weizen und verschmäht auch Küchenabfälle nicht. Um die Legeleistung konstant zu halten, wird das Füttern von Legemehl empfohlen. Dass stets frisches Wasser vorrätig sein sollte, brauche ich sicher nicht zu erwähnen.

Das Italiener Huhn für Anfänger

Italiener sind robust und durchaus nicht so wärmebedürftig, wie man es von einem Huhn, das seinen Namen nach aus südeuropäischen Gefilden stammt, vermuten würde. Trotzdem sind sie nicht unbedingt für Anfänger geeignet, denn sie haben u. a. einen großen Bewegungsdrang. Es kann schon passieren, dass man sie abends „aus den Bäumen pflücken“ muss, weil sie der Meinung sind, dass es dort schöner ist, als im Stall.

Herkunft

Ganz wie es der Name vermuten lässt, stammt das Italiener Huhn natürlich ursprünglich aus Italien. Lange Zeit gehörte es zu den in Deutschland beliebtesten Hühner, steht aber seit 2013 auf der „Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen“.

Tipps vom erfahrenen Hühnerhalter

Ich persönlich habe nur Hennen der Rasse Italiener Huhn in meiner „bunten Hühnerschar“. Mein Vater, der die Italiener sehr schätzte, hatte einmal einen Hahn, den wir in der Familie nur als „bösen Hahn“ bezeichneten. Giuseppe war der Meinung, dass er seine Damen vor allem und jedem beschützen müsse. Er nutzte jede Gelegenheit um alle, außer meinen Vater, anzugreifen.

Dieses aggressive Verhalten kommt bei den Italiener Hähnen ab und zu mal vor. Ich würde, solange Kinder im Haus sind, daher davon abraten, sich so einen Hahn, auch wenn er noch so schön ist, anzuschaffen. Die Hühner dieser Rasse sind durchweg freundlich und charmant und machen die Eskapaden der männlichen Vertreter durchaus wett.