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Die Beliebtheit der privaten Hühnerhaltung steigt ständig. Um frische Eier rund ums Jahr zur Verfügung zu haben, sollten sich die Halter über häufige Erkrankungen und Parasiten gut informieren. Vor allem ein Befall mit Würmern beeinflusst die Leistung und Gesundheit der Hühner negativ.

Würmer leben eigentlich in Form einer Symbiose im Darm oder im Blut der Hühner. Die Endoparasiten regen das Immunsystem des Huhns an und verursachen bei einem geringen Befall keine Krankheitserscheinungen.

Erst wenn sich die Zahl der Würmer durch schlechte Haltungsbedingungen oder andere Erkrankungen stark erhöht, werden die Würmer zu einer gesundheitlichen Gefahr für den Hühnerbestand. Umso wichtiger ist es für den Hühnerhalter, rechtzeitig einzugreifen, um die Gesundheit und die Legeleistung seiner Tiere zu erhalten.

Warum ist das Entwurmen wichtig?

Ein geringer Befall mit Würmern ist bei Hühnern äußerlich kaum zu erkennen. Während alte Hühner gut mit einer kleinen Anzahl an Würmern zurechtkommen, sind Junghühner oder sehr alte Hühner stärker gefährdet. Bei diesen kann bereits ein geringer Endoparasitenbefall zu gravierenden Folgen, ja sogar zum Tod führen. Deshalb ist es besonders wichtig, Hühner regelmäßig zu entwurmen und so die gesamte Tiergruppe zu schützen.

Zusätzlich zu chemischen und natürlichen Entwurmungen spielt die Vorbeugung gegen einen Parasitenbefall eine große Rolle.

Am häufigsten sind Würmer im Darm der Hühner, seltener im Blut, zu finden. Eine Ausscheidung der Parasiten mit dem Kot erfolgt allerdings erst bei einem sehr starken Befall. Bereits vorher fallen dem Hühnerhalter struppiges Gefieder, Durchfall, Abmagerung und eine verringerte Legeleistung auf.

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Starker Spulwurmbefall im Hühnerkot erkennbar

Da die Würmer sich nicht nur vom Darminhalt ernähren, sondern auch Blut saugen, entwickelt sich schnell eine Anämie. Der Kamm des erkrankten Huhnes ist nicht mehr rosarot, sondern blass und gräulich verfärbt.

Auch wenn Wurmmittel nur direkt auf erwachsene Würmer wirken und diese lähmen oder abtöten, sollte ein Entwurmen schon regelmäßig vor dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome erfolgen.

Ein in genau festgelegten Abständen durchgeführtes Entwurmen verringert die Anzahl der Würmer im Verdauungstrakt der Hühner und die Beeinträchtigung der Gesundheit der Hühnergruppe.

Zu häufiges Entwurmen kann auch Nachteile haben

Werden für das Entwurmen chemische Wurmmittel falsch oder zu häufig eingesetzt, so reagieren die im Darmtrakt lebenden Würmer mit der Bildung von Resistenzen ähnlich wie bei der Verabreichung von Antibiotika. Die Wurmkur tötet dann zwar weiterhin empfindliche Wurmstämme ab, gegen das chemische Mittel resistente Wurmstämme überleben daraufhin jedoch und vermehren sich weiter. Aus diesem Grund ist es beim Entwurmen besonders wichtig, die Anleitung für die Verabreichung des Wurmmittels immer genau zu befolgen.

Wann sollte ich meine Hühner entwurmen?

Hühner werden immer wieder von Kokzidien (Einzellern), Spulwürmern und Bandwürmern befallen. Die Parasiteneier werden mit dem Futter, dem Wasser oder über den Kot von Wildvögeln in den Bestand eingeschleppt. Auch neu in die Gruppe aufgenommene Hühner können eine Gefahr für die Einschleppung von Würmern darstellen.

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Auch Küken sollten bereits entwurmt werden, jedoch erst in der 5.-6. Lebenswoche.

Küken sollten bereits in einem Alter von vier bis fünf Wochen eine erste Entwurmung erhalten. Erwachsene Hühner erhalten, abhängig von der Befallstärke zwischen 2 und 4 Entwurmungen pro Jahr. Hierbei helfen die Kräuter und Zusätze aus der natürlichen Entwurmung auch dabei, die Abstände zwischen den chemischen Entwurmungen möglich groß zu halten!

Hinweis: Damit die Wurmeier nicht mit den Hühnereiern weiter verbreitet werden, sollte die erste Entwurmung, vor dem Ansteigen der Legeleistung nach dem Winter durchgeführt werden.

Wurmkur für Hühner

Bei der Wurmkur ist zwischen einer chemischen und einer natürlichen Wurmkur zu unterscheiden. Welche Wurmkur verabreicht wird, ist von dem Alter und Gewicht der Hühner und der Art und Stärke des Wurmbefalls abhängig.

Um die Art und Stärke des Wurmbefalls zu bestimmen, müssen die Hühner vor der Entwurmung einer Kotuntersuchung unterzogen werden. Durch die festgestellte Wurmart/en lässt sich dann die richtige Wurmkur auswählen.

In den meisten Fällen liegt ein reiner Spulwurmbefall vor. In diesem Fall eigenen sich Wurmkuren mit Fenbendazol und Flubendazol besonders gut, da die Eier bei diesen chemischen Mitteln ohne Bedenken gegessen werden können. Um alle Entwicklungsstadien der Würmer abzutöten, verabreicht der Hühnerhalter die Medikamente fünf bis sieben Tage lang über das Trinkwasser.

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Gut erkennbare Spulwürmer

Ein Beispiel für eine Wurmkur mit Flubendazol ist die sehr beliebte und verschreibungspflichtige „Filmabend“ Wurmkur, welche ihr daher ausschließlich über den Tierarzt beziehen könnt.

Hinweis: Damit das Entwurmen den gewünschten Erfolg zeigt, müssen die in der Gebrauchsanleitung angegebene Dosierung und Anwendung genau befolgt werden.

Anleitung zur Flimabend Wurmkur

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Filmabend Suspension enthält 100 Milligramm Flubendazol pro Gramm Suspension. Da die Wurmkur nur erwachsene Wurmstadien abtötet, muss die Behandlung an mehreren aufeinander folgenden Tagen durchgeführt werden. Da als Nebenwirkung eine Störung der Federbildung auftreten kann, sollte die Wurmkur nicht während der Mauser verabreicht werden.

Um die benötigte Dosierung zu ermitteln, werden die Hühner gewogen. Pro Kilogramm Gewicht des Hühnerbestands werden 14,3 Milligramm der Suspension benötigt. Das ergibt zum Beispiel für eine Herde mit 1400 Kilogramm 20 Gramm Filmabend Suspension pro Tag.

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Abhängig von dem verwendeten Trinkwassersystem im Hühnerstall fertigt der Hühnerhalter eine Vorlösung durch Mischen mit Wasser im Verhältnis 1:10 bis 1:100 an. Das genaue Mischungsverhältnis sollte dabei so gewählt werden, dass die Hühner das Mittel innerhalb von 4h aufnehmen. Sobald die Mischung einheitlich homogen vermischt ist, wird sie in die Trinkwasseranlage gegeben. Vor und nach der Anwendung ist eine gründliche Reinigung der Wasseranlage erforderlich.

Die Wiederholung der Entwurmung der Hühner erfolgt sieben Tage lang.

Hinweis: Bei der Verwertung des Hühnerfleisches ist eine Wartezeit von zwei Tagen einzuhalten.

Befall mit Bandwürmern

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Hühnerkot mit starkem Bandwurmbefall

Hat die Kotuntersuchung bei den Hühnern jedoch nicht nur einen Befall mit Spulwürmern, sondern auch mit Bandwürmern ergeben, ist eine Entwurmung mit Flubendazol nur eingeschränkt geeignet. In diesem Fall sollte ein Präparat, das Praziquantel enthält (wie beispielsweise Droncit® Spot-on 40 mg/ml, Lösung zum Auftropfen auf die Haut), angewendet werden. Bei der Anwendung von Praziquantel besteht für die Verwertung der Eier eine Wartezeit von zehn Tagen.

Hinweis: Da es auf dem Markt keine für Hühner abgestimmten, Präparat mit Praziquantel gibt, müssen Präparate von andere Tierarten entsprechend umdosiert werden. Für einen Tierarzt ist dies in der Regeln jedoch kein Problem, so dass ihr hier die passenden Mittel erhaltet.

Hühner natürlich entwurmen

Ein natürliches Entwurmen erfolgt durch den Zusatz von Kräutern in das Futter. Ingwer, Fenchel und Süßwurzel enthalten natürliche Stoffe, die die Entwicklung der Würmer hemmen. Die in Kokosöl enthaltene Laurinsäure lähmt das Nervensystem der Würmer. Diese Zusätze können sowohl selbst zubereitet, wie auch in einer fertigen natürlichen Wurmkur gekauft werden. Aufgrund der natürlichen Bestandteile, können die Eier jederzeit weiterhin verspeist werden.

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Hinweis: Trotz der natürlichen Entwurmung sollte mindestens 2x jährlich eine Kotuntersuchung beim Tierarzt durchgeführt und die Wurmfreiheit untersucht werden!

Wurmbefall vorbeugen

Um einem neuerlichen Wurmbefall vorzubeugen, ist eine regelmäßige, gründliche Reinigung des Stalls und des Auslaufs notwendig. Nach dem Kalken der Stallwände wird die oberste Bodenschicht entfernt und durch neues Einstreumaterial ersetzt. Die Reinigung der Futter- und Trinkgefäße gehört zu einer guten Stallhygiene.

Tipp: Oregano enthält Carvaprol und Thymol, zwei Wirkstoffe, die das Ansiedeln der Würmer im Darmtrakt erschweren und bei regelmäßiger Gabe  insbesondere vorbeugend gegen das Ansiedeln der Würmer helfen.

Häufige Fragen

Woher bekomme ich eine Wurmkur, wenn kein Tierarzt in der Nähe ist?

Natürliche Wurmkuren sind auch im Zoofachhandel erhältlich. Die chemischen Wurmkuren werden allerdings ausschließlich nach einer vorherigen Kotuntersuchung verabreicht. Da diese verschreibungspflichtig sind, können sie lediglich über den Tierarzt bezogen werden.

Kann ich die Eier während und nach dem Entwurmen essen?

Die Wartezeit für Eier ist abhängig von dem angewendeten Wurmmittel. Bei einer reinen Spulwurmbehandlung mit einem Entwurmungsmittel aus Fenbendazol und Flubendazol (wie dem beliebte Flimabend) können die Eier weiterhin verspeist werden.

Liegt jedoch ebenfalls ein Bandwurmbefall vor, so werden Entwurmungsmittel mit Praziquantel benötigt, wodurch die Eier für 10 Tage nicht zum Verzehr geeignet sind!

Wie oft muss ich eine Wurmkur verabreichen?

Die Wurmkur sollte zwischen 2 und 4 Mal pro Jahr verabreicht werden. Ob eine Behandlung bereits notwendig ist, lässt sich einfach mit einer Kotuntersuchung ermitteln. Ebenso helfen natürliche Entwurmungszusätze dabei die Abstände zwischen den chemischen Entwurmungen möglichst groß zu halten.

Ab wann muss ich Küken entwurmen?

Die erste Entwurmung sollte bereits in der fünften bis sechsten Lebenswoche stattfinden.

Wie viel kostet das Entwurmen der Hühner?

Pro Huhn kostet die Wurmkur rund 1-2 Euro.