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Diese schon öfter vom Aussterben bedrohte Hühnerrasse ist die einzige Rasse, die als ursprünglich bayerisches Huhn gezüchtet wurde. Genauer gesagt wurde sie in der Nähe von Augsburg (daher auch der Name) Ende des 1900 Jahrhunderts gezüchtet. Leider gibt es auch heute nur wenige Augsburger Hühner, so dass der Bestand weiterhin gefährdet ist.

vorstellung_augsburger_huhn

Allgemeines zum Augsburger Huhn

Augsburger Hühner sind ausgesprochen robust und kommen auch mit den widrigen Witterungsverhältnissen in den rauen Berglandschaften Bayerns gut zurecht. Allerdings sind sie auch ausgesprochen freiheitsliebend und sehr gute Flieger.

Für die Haltung in einem Kleingarten oder einem Gehege sind die Augsburger Hühner definitiv nicht geeignet. Leider sind die Hennen nicht sehr brutwillig, so dass man zur Nachzucht eine gute Bruthenne oder einen Brutautomat benötigen wird.

Merkmale

zweigeteilter_kronen-becherkamm_augsburgerDas typischste Merkmal dieser Rasse ist der zweigeteilte Kronen- oder Becherkamm, der sich schon bei den Küken recht früh erkennen lässt.

Der leuchtend rote Kamm teilt sich am Schnabelansatz nach der ersten oder zweiten Zacke und schließt sich am Ende wieder, so dass er wie eine Krone den Kopf ziert.

Bei den Augsburgern mit ihrem typisch schwarzen Federkleid treten zudem die großen weißen Ohrlappen und die leuchtend roten Kehllappen sehr deutlich hervor. Schnabel und Läufe hingegen sind von unauffälligem Grau.

Ursprünglich und anerkannt ist der schwarze Farbschlag mit glänzend schwarzen Federn mit grünlichem Schillern. Bei Nachzüchtungen finden sich mittlerweile immer öfter andere Farbschläge mit blau gesäumten Gefieder. Zur Rasseerhaltung sind diese Farbschläge jedoch nicht zugelassen.

Der eher länglich gestreckte Körperbau ist dennoch eindrucksvoll und stolz, was bei den Hähnen noch durch den üppigen Sichelschweif betont wird.

Die Hähne können bis zu 3 Kilogramm schwer werden und auch die Hennen erreichen 2 bis 2,5 Kilo Lebendgewicht.

Die Haltung der Augsburger Hühner

Abgesehen von ihrem ausgeprägten Freiheitsdrang, ihrer Flugtauglichkeit und ihrer Bewegungsfreude sind Augsburger Hühner bei entsprechendem Platzangebot recht einfach zu halten. Angepasst an die raueren Witterungsverhältnisse in den bayerisch-schwäbischen Gebirgslandschaften stellen sie an den Stall keine großen Anforderungen. In urbaner Umgebung ist die Haltung jedoch nicht zu empfehlen.

Hinweis: Durch ihre Flugtüchtigkeit findet man Augsburger Hühner auch schon einmal in einem Baum sitzend. Ein weitläufiges Gelände müsste daher auch mit einer sehr hohen Umzäunung gesichert sein. Richtig glücklich sind diese Hühner aber nur, wenn sie ihrer Veranlagung entsprechend sich in einem unbeschränkten Areal frei bewegen können.

Fütterung der Augsburger Hühner

Wenn Augsburger Hühner frei umherlaufen dürfen, suchen sie sich ihr Futter weitestgehendes selbst. Der Halter kann sich auf eine kleine Zufütterung von hochwertigem Kraftfutter beschränken. Keinesfalls darf aber die Versorgung mit frischem Trinkwasser vernachlässigt werden.

Auch frisches Obst und Gemüse, sowie Salat und unverdorbene Küchenreste können den Speiseplan gerne bereichern.

Handzahm werden die Augsburger Hühner aber in aller Regel auch mit den verlockendsten Leckerbissen eher nicht. Dazu sind sie einfach zu eigenwillig und freiheitsliebend.

Das Augsburger Huhn für Anfänger

Ein echtes Anfänger- oder gar Familienhuhn sind Augsburger Hühner wahrlich nicht. Auch Kinder werden wenig Freude an der gefiederten Schar haben, denn zum Streicheln und Liebkosen eigenen sich andere Hühnerrassen wesentlich besser als die stolzen Augsburger.

Wer sich aber an einer munteren Schar Selbstversorger erfreuen möchte und vielleicht ein landwirtschaftliches Anwesen mit großen Wiesen sein Eigen nennt, ist mit der selten gewordenen Rasse bestens bedient.

Legeleistung und Eierdetails

eierdetails_augsburger_huhnAls typische Vertreter der Zwiehuhnrasse warten die Augsburger Hühner mit einer Legeleistung von 150 bis 180 weißschaligen Eiern im Legejahr auf. Dabei haben die Eier durchschnittlich ein Gewicht von ca. 58 Gramm.

Tipp: Bruteier sollten 60 Gramm und mehr auf die Waage bringen. Die langsam wachsenden Küken brauchen es in den ersten Wochen noch warm und trocken, da sie lange ihr Flaumkleid tragen.

Auch Masthähnchen sind langsam wüchsig und meist erst mit 5 bis 6 Monaten schlachtreif. Dafür belohnen sie aber mit einem recht wohlschmeckenden Fleisch, das von seiner Beschaffenheit fast ein wenig an Wildgeflügel erinnert.

Herkunft

erkennungsmerkmale_augsburger_huehnerEin gewisser Julius Meyer gilt als Zuchtvater dieser außergewöhnlichen Hühnerrasse. Im nahe Augsburg gelegenen Haunstetten kreuzte er um 1870 unter anderem aus dem La Flèche und Lamotte Huhn diese robuste, legefreudige Rasse. Ob der auffällige Kamm gewollt oder eher zufällig als Erkennungsmerkmal für das Augsburger Huhn entstand, ist nicht näher dokumentiert.

Bereits 1880 wurden die Augsburger Hühner gerne auf Hühnerzuchtausstellungen gesehen und fanden nicht nur in Bayern und Schwaben, sondern auch im Schwarzwald Liebhaber und Züchter.

Mit Aufkommen der industriellen Agrarwirtschaft gerieten die Augsburger Hühner jedoch mehr und mehr ins Hintertreffen. Dass es die Rasse heute noch zu finden gibt, ist einigen wenigen bemühten Züchtern zu verdanken, die sich gewissenhaft um die Erhaltung des „bayerischen Urhuhns“ verdient machen.

Hinweis: 2004 wurden Exemplare des Augsburger Huhnes von einer deutschen Kunstbiologin in der tiefsten Mongolei entdeckt. In den 1970ern wurden Augsburger Hühner auch in der ehemaligen DDR erfolgreich gezüchtet und fanden so ihren Weg zunächst in die Nähe von Krasnouralsk. Mittlerweile dürfte es in der Mongolei mehr Augsburger Hühner geben als hierzulande.

Tipps vom erfahrenen Hühnerzüchter

Wer sich verantwortungsbewusst an der Erhaltung der Augsburger Hühnerrasse beteiligen möchte, sollte sich an erfahrene Züchter wenden. Diese werden Interessierten gerne beim Aufbau eines kleinen Bestandes und der späteren Nutztierhaltung behilflich sein.

Beim Förderverein Augsburger Hahn freut man sich über jeden ambitionierten Landwirt oder erfahrenen Hobbyzüchter mit großem Platzangebot.


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