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La Fléche

Steckbrief + -
Gewicht: 4,00kg
3,00kg
Winterleger:
Legeleistung: 1. Jahr= 180
2. Jahr= 180
Eierfarbe: eifarbe_weiss
Kategorie: Zwiehuhn
Anfängerrasse
Vor der Anschaffung der ersten Hühner gibt es einiges zu beachten. Der foglende Ratgeber hilft dir dabei unnötige Fehler zu vermeiden.

La Fléche Hühner werden wegen ihrer auffälligen Optik gerne als die kleinen Teufelchen unter den Hühnerrassen bezeichnet. Dies gilt vor allem bei den schwarz gefiederten Exemplare mit ihrem auffällig roten Hörner-Kamm, der an Teufelshörner erinnert.

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Typische Teufelshörner (Zucht Michel Brecht)

Vom Charakter her sind La Fléche Hühner eher als scheu und ausgesprochen wachsam bekannt, da sie sich ihre Urinstinkte noch weitgehend erhalten haben.

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Allgemeines

La Fléche Hühner zeigen noch das typische Verhalten in freier Wildbahn lebender Hühner. Immer auf der Hut vor Fressfeinden wie Fuchs, Marder, Katzen oder Raubvögeln beobachten sie ihre Umgebung aufmerksam und misstrauisch, um bei Gefahr sofort in Deckung zu gehen.

Außerdem sind La Fléche Hühner durchaus in der Lage zu fliegen und machen von ihrer Flugfähigkeit auch gerne Gebrauch, um höher gelegene Äste oder andere Sitz- und Ruhe-Gelegenheiten zu erreichen.

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Im Gegenzug zu ihrem Freiheitsdrang versorgen Sie sich in einem ausreichend großen Gelände zum Teil selbst mit Futter und stellen an die Haltung keine großen Ansprüche. Dennoch sollte man als verantwortungsvoller Hühnerhalter auch bei diesen Hühnern nicht auf die Fütterung mit gutem Hühnerfutter verzichten.

Aufgrund ihrer Größe und ihrer nicht unerheblichen Anzahl von Eiern im Jahr zählen diese Hühner zu den Zwiehuhnrassen.

Besonders wenn der Halter sich bereits im Kükenalter intensiv um seine Hühner kümmert, kann eine vertraute Beziehung zum Menschen aufgebaut werden.

Tipp: Da La Fléche Hühner sehr selten in Brutstimmung geraten, empfiehlt es sich die Eier in einem Brutapparat oder mit Hilfe einer Glucke auszubrüten.

Da die Küken verhältnismäßig lange brauchen, bis sie ausgewachsen sind, bleibt genügend Zeit sie an die menschliche Hand zu gewöhnen.

Gelingt die Naturbrut, sind die Mütter sehr um ihre Küken bemüht und achten penibel darauf, dass ihnen nichts zu nahe kommt.

Besondere Merkmale und Kennzeichen

Neben ihrem auffälligen Kamm, der mit seinen zwei leuchtend roten Hörnern an Teufelshörner erinnert, findet man La Fléche Hühner häufig mit schwarzem Federkleid über dem ein schillernd grüner Glanz liegt. Auch der Schnabel und die Läufe sind in dunklem Grau.

Neben dem schwarzen Farbschlag gibt es La Fléche Hühner allerdings auch noch in anderen Farbschlägen.

weitere Farbschläge:

  • Weiß: Die reinweißen Hühner haben fleischfarbene bis schiefergraue Schnäbel und Läufe. Das Gefieder des Hahns weist häufig einen leichten Gelbstich auf.
  • Gesperbert: Hier findet sich auf jeder Feder ein Wechsel von schwarzen und grau-blauen Querstreifen. Während beim Hahn die Streifen die gleiche Breite haben, sind bei der Henne die dunklen Streifen stärker ausgeprägt als die hellen. Bei diesem Farbschlag sind sowohl Schnabel als auch Läufe fleischfarbig mit mehr oder minder ausgeprägten Schattierungen.
  • Blaugesäumt: Hier sind Schnäbel und Läufe von dunklerer Farbe, wobei die Hähne insgesamt eine dunklere Farbgebung aufweisen können als die Hennen.
  • Perlgrau: Bei den perlgrauen La Fléche unterscheiden sich Hahn und Henne nur durch das etwas dunkler ausfallende Schmuckgefieder des Hahns. Ansonsten erscheinen sie in einheitlich hellgrauem Gefieder.

Durch den Einfluss von Haubenhühnern ist der für die La Fléche Hühner charakteristische Hörner-Kamm entstanden. Er leuchtet mit den langen Kehllappen in kräftigem Rot um die Wette. Fast zart wirken dagegen die weiß befiederten Ohrlappen. Auch das mehr oder minder stark befiederte Gesicht schimmert rot. Die leuchtend rot-orangen Augen stechen gerade bei den schwarz befiederten La Fléche deutlich hervor.

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Hahn mit gut erkennbaren weißen Ohrlappen

Der Körper steht auf langen, kräftigen Läufen und ist mit dichtem, eng anliegendem Gefieder bedeckt. Wobei die Haltung der Hähne deutlich aufrechter und die Läufe auch erheblich länger sind. Hähne bringen ein Gewicht von stolzen 3-4 Kilo auf die Waage, ihre weiblichen Gefährten immerhin 2,5-3 Kilo.

Hinweis: Wer sich in das interessante Aussehen der La Fléche Hühner verliebt hat, aber kein großes Grundstück zur Verfügung hat, kann sich nach den in Deutschland gezüchteten Zwerg La Fléche umsehen.

Haltung

Die sehr ursprünglichen La Fléche Hühner stellen an ihren Halter eigentlich nur einen Anspruch: Platz, viel Platz. Zum Futter suchen, Scharren, umher Flattern und auf Bäumen sitzen.

Da La Fléche Hühner zudem sehr wachsam sind und bei der kleinsten Gefahr ihrem Schutztrieb folgen, muss das Gelände ausreichend Versteckmöglichkeiten bieten. Um die Flugkünste der La Fléche Hühner einzugrenzen, sollte die Umzäunung, wie bei anderen Hühnerrassen auch, nicht zu niedrig bemessen sein.

Zum Aufbäumen werden gerne kleinere Obstbäume angenommen. Diese sollten sich in einiger Entfernung zu der Umzäunung befinden, damit die flugfähigen Hühner nicht doch auf die andere Seite flattern können.

Hinweis: Auch in der Nacht suchen La Fléche Hühner gerne Bäume zum Schlafen auf. Daher werden im Stall bevorzugt höher angebrachte Sitzstangen angenommen. Diese dürfen aber durchaus auch über eine Hühnerleiter zu erreichen sein.

Legeleistung und Eierdetails

Mit bis zu 180 Eiern im Jahr kann sich die Legeleistung der La Fléche Hühner durchaus sehen lassen. Zudem die Eier von beachtlichem Gewicht sind. Rund 60-65 Gramm bringt ein La Fléche Ei auf die Waage. Bruteier können gerne auch bis zu 70 Gramm haben, wobei der empfohlene Bruteimindestgewicht bei 60 Gramm liegt.

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Wie die weißen Ohrscheiben schon verraten, legen diese Hühner weißschalige Eier die einen leicht rosafarbenen Schimmer aufweisen können. Erfreulich ist, dass diese Hühnerrasse zu den Winterlegern gehört und auch in fortgeschrittenem Alter noch gute Legeleistung bringt.

Fütterung

Steht den ursprünglichen La Fléche Hühnern genügend Fläche mit abwechslungsreicher Vegetation zur Verfügung, sind sie gut in der Lage sich einen Teil ihrer täglichen Futterration selbst zusammenzusuchen.

Dennoch sollte zum Wohle der Hühner auf qualitativ hochwertiges Futter nicht verzichtet werden. Natürlich benötigen sie wie alle Hühnerrassen stets Zugang zu frischem Wasser. Und ein paar zusätzliche Futtergaben aus der Küche werden mit Sicherheit auch nicht verachtet.

Um die scheuen Hühner abends gut an den Stall und allgemein an ihren Halter zu gewöhnen, können ein paar zusätzliche Leckereien nicht schaden. Das können besondere Sämereien wie Sonnenblumenkerne, getrocknete Mehlwürmer, aber auch gekochte Nudeln oder Kartoffeln sein. Frisches Obst und Gemüse verfüttert man, wegen der besseren Verträglichkeit, hingegen bevorzugt tagsüber, wenn die Hühner im Gelände unterwegs sind..

Das La Fléche Huhn für Anfänger

Die La Fléche Hühner sind sehr selbstständig und anspruchslos und daher gut anfängertauglich. Die Haltung empfiehlt sich jedoch nur für Hühnerfreunde mit entsprechendem Platzangebot.

Auch für die Haltung in urbaner Umgebung sind diese freiheitsliebenden Tiere absolut nicht gedacht. Selbst ihre zwergenhaften Vertreter benötigen doch einiges an Auslauf um ein zufriedenes Hühnerdasein führen zu können.

Tipp: Wenn Ihnen die La Fléche Hühner gar zu gut gefallen, können Sie ja mit zwei Hühnern anfangen und diese in einer kleinen Hühnerschar integrieren. Für die Zucht einen Rasse fremden Hahn zuzulassen wäre dann allerdings doch ein Frevel an dieser sehr selten gewordenen Hühnerrasse.

Herkunft

Schon im 15. Jahrhundert waren sogenannte Teufelshühner mit leuchtend rotem Hörner-Kamm bekannt und hatten sehr viel Ähnlichkeit mit den La Fléche Hühnern. Diese wurden Anfang des 17. Jahrhunderts gezielt um die französische Stadt La Fléche gezüchtet und auch benannt.

In Deutschland wurden die Hühner ca. um 1850 bekannt, als die ersten Exemplare von einem gewissen Dr. Lax Hildesheim von einer seiner Reisen mitgebracht wurden.

typische_merkmale_la-fleche-huhn

Während in Frankreich bei der Züchtung der La Fléche Hühner die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stand, waren bei den deutschen Züchtern Aussehen und Rassemerkmale von Bedeutung.

Der Ursprung der Hühnerrasse liegt bei den Haubenhühnern. Durch die Einkreuzung von Dorkings, Créve-Coeur, Polveras, Nordfranzösischen Kämpfern und schwarzen Spaniern, entstand das schwere, weißfleischige Zwiehuhn. Vermutlich mit Zurückweichen der Federhaube entwickelte sich der aufsehenerregende Kamm mit den zwei Spitzen.

Nach dem zweiten Weltkrieg waren die La Fléche Hühner in Deutschland so gut wie ausgestorben. Zur Wiederbelebung und Auffrischung der Zuchtlinie wurden La Fléche Hühner mit Augsburger Hühnern gekreuzt.

Wissenswert: In Skandinavien wird ausschließlich die schwarze Gefiederfarbe bei den La Fléche Hühnern anerkannt, während in den übrigen Ländern auch die anderen Farbschläge zugelassen sind. In Deutschland kommt noch der perlgraue Farbschlag hinzu.

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Tipps vom erfahrenen Züchter

Da sich La Fléche Hühner nur sehr schwer Züchten lassen und es gar nicht so leicht ist, sich in den verschiedenen Zuchtlinien zurechtzufinden, hat sich der SV der Haubenhühner und seltener Hühnerrassen den “Teufelshühnern” angenommen.

Wer sich also intensiv mit dieser Hühnerrasse beschäftigen möchte, sollte sich zwecks Jungtieren und eventuellen Nachzuchten an den Verein wenden. 

Da diese ausgesprochen interessante Hühnerrasse ein großes Maß an Aufmerksamkeit bei der Zucht und dem Heranwachsen der Küken verlangt, sollten sich zukünftige Halter der großen Verantwortung gegenüber dieser selten gewordenen Teufelchen bewusst sein.

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